AMLeben jetzt die Nummer 2 in Deutschland

18.03.2003 | Köln
"Die Aachener und Münchener Lebensversicherung AG ist jetzt die Nummer 2 in Deutschland. Die Aachener und Münchener Versicherung AG hat ihren 11. Rang in der Branche zumindest gefestigt. Tendenz steigend." Diese Positionierung der beiden Gesellschaften auf der Basis der Geschäftsergebnisse des Jahres 2002, gab der neue Vorstandsvorsitzende der beiden Aachener und Münchener Gesellschaften, Michael Westkamp, auf der Bilanzpressekonferenz bekannt.

Die weitere Aufwärtsentwicklung der AMLeben und der AMVersicherung in den wirtschaftlich schwierigen Zeiten, der Konsumzurückhaltung der Verbraucher und der Krise an den Kapitalmärkten bezeichnete Westkamp als großen Erfolg. In dieser außergewöhnlich negativen Gesamtsituation sei es der AMLeben gelungen, ihre Spitzenposition weiter auszubauen. "Wir sind jetzt nach den entscheidenden Kennziffern, der Versicherungssumme und den Beitragseinnahme die zweitstärkste Gesellschaft in Deutschland". Zu Spekulationen über die Schieflage einzelner Unternehmen der Versicherungsbranche äusserte sich Westkamp nicht. "Am Ende werden sich die großen, leistungsstarken und finanziell soliden Unternehmen behaupten."

Die Vertriebserfolge der Aachener und Münchener seien auf beachtliche Leistungen der eigenen Organisationen, aber in besonderer Weise auf die "hervorragende Partnerschaft" mit der Deutschen Vermögensberatung in Frankfurt/Main zurückzuführen. Dieser weltweit größte Finanzvertrieb "ist der herausragende Wachstumsmotor" der Aachener und Münchener "und Garant für ein qualitativ gutes Geschäft". Die Bedeutung der Deutschen Vermögensberatung für die Aachener und Münchener machte Westkamp mit zwei Zahlen deutlich: "Mehr als 7 von 10 Leben-Policen vermittelt die Deutsche Vermögensberatung. Im Kompositgeschäft sind es inzwischen 4 von 10 Verträgen". Besonders kreativ sei außerdem die Zusammenarbeit in der Entwicklung von attraktiven Produkten.

Beitragsentwicklung sehr positiv

Die Beitragsentwicklung der AMLeben war auch im Geschäftsjahr 2002 sehr positiv. Mit gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 2,98 Milliarden Euro (Vorjahr 2,80 Milliarden Euro) konnte die AMLeben ein Plus von +6,6% erzielen. Damit lag die Gesellschaft deutlich über der Branche (4,3%).

Rund 100 Milliarden Euro Versicherungssumme

In der Versicherungssumme des Bestandes wurden knapp 100 Milliarden Euro erreicht. Konkret ist die Versicherungssumme in 2002 um 6,5% auf 99,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Branche verzeichnete einen Zuwachs von 4,6%.

Neugeschäft nach Rekordergebnis in 2001 rückläufig

Das Neugeschäft der AMLeben hat an Dynamik eingebüsst, aber diese Entwicklung muß im Zusammenhang mit den exorbitant hohen Zuwachsraten im Geschäftsjahr 2001 bewertet werden. Im Neuzugang nach laufenden Jahresbeiträgen hat die Gesellschaft mit 409,4 Millionen Euro abgeschlossen. Das bedeutet einen Rückgang von 14%. Allerdings hatte die Gesellschaft in 2001 eine Steigerung bei den Beiträgen von 23,7% (Branche 17,6%) und bei der Versicherungssumme sogar von 83,5% (Branche 14,3%) erreicht. Der Rückgang des Neugeschäfts in 2002 muß vor diesen sehr hohen Zuwachsraten gesehen werden. Ein weiterer Grund dafür ist die Tatsache, daß die Aktienentwicklung bei der AMLeben als Marktführer in der Fondsgebundenen Lebensversicherung stärker als bei anderen dieses Segment belastet hat. Außerdem spielt bei der AMLeben das Geschäft mit den Einmalbeiträgen traditionell eine geringere Rolle als bei anderen Gesellschaften", betonte Westkamp.

Riester-Geschäft erfolgreich, aber zu bürokratisch

In der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ("Riester") gehört die AMLeben zu den Spitzenanbietern in Deutschland. Die Gesellschaft, die mit ihrem Angebot als eine der ersten im Markt gestartet war, hat bis Ende 2002 rund 465 000 Policen verkauft und damit einen Marktanteil von rund 15 % erreicht.

Allerdings, so Westkamp, ist dieses "Geschäft viel zu kompliziert, viel zu bürokratisch.: Viele Kunden scheitern an der Kompliziertheit der verschiedenen Formulare. Die AMLeben hat ihren Kunden die Zulagenanträge zugeschickt und ihnen gleichzeitig entsprechende Orientierungen zum Ausfüllen der Bögen gegeben. Dennoch sind die Rückläufe schleppend. Nach ersten Einschätzungen sind 75% der Rückläufe lückenhaft oder falsch ausgefüllt. Dies erfordert einen zusätzlichen enormen Beratungsbedarf. Wenn die Riester-Rente nicht im bürokratischen Frust versinken soll, muß die Politik schnell eine Entbürokratisierung einleiten, denn die Riester-Rente ist ja im Grundsatz richtig."

17 Milliarden Euro Bestand an Kapitalanlagen

Der Kapitalanlagenbestand der AMLeben legte in 2002 nur geringfügig um 0,1% auf 17,1 Milliarden Euro zu. Auch hier zeigten sich die Auswirkungen der Kapitalmarktschwäche auf die Fondsgebundene Lebensversicherung. Die laufenden Kapitalerträge fielen um 5,8% auf 931,4 Millionen Euro (Vorjahr 988,9 Millionen Euro). Das Nettoergebnis sank um rund 20% auf 745,1 Millionen Euro (Vorjahr 937,4 Millionen Euro). Die Nettoverzinsung reduzierte sich damit um 1,6 Prozentpunkte auf 4,6 (Vorjahr 6,2%).

Verwaltungskostenquote stabil - Abschlußkostenquote gesunken

Die Verwaltungskostenquote konnte mit 3,2% in 2002 auf dem Niveau des Vorjahres stabil gehalten werden. Die Abschlußkostenquote fiel um 0,2-Prozentpunkte auf 5,3%.

Stornoquote gestiegen

Die Stornoquote stieg in 2002 von 6,3% im Vorjahr auf 7,0%. "Diese Entwicklung ist unbefriedigend, erklärt sich allerdings aus der schlechten gesamtwirtschaftlichen Lage, die bei der AMLeben als klassischem Breitenversicherer besonders zur Geltung kommt. Eine Verschlechterung der Qualität unseres Geschäfts kann daraus nicht abgeleitet werden, wie auch die hohe Quote der angenommenen Dynamikerhöhungen von rund 80% verdeutlicht", sagte Westkamp.

Rohüberschuß von 416,9 Millionen Euro

Der Rohüberschuß inklusive der Direktgutschrift beläuft sich für das Geschäftsjahr 2002 auf 416,9 Millionen Euro (Vorjahr 606,2 Millionen Euro). Die Zuführungsquote zur RfB steigt auf 94% (Vorjahr 92,4%). Als Jahresüberschuß verbleiben 25 Millionen Euro (Vorjahr 46 Millionen Euro).

Ergebnisse der Aachener und Münchener Versicherung

Im Kompositbereich waren die außergewöhnlichen Naturkatastrophen -Stürme und Überschwemmungen - in 2002 eine besondere Belastung. Bei der AMVersicherung schlugen sich diese Naturkatastrophen mit einem Bruttoschadenaufwand von 78 Millionen Euro zu Buche. Dahinter stehen über 48 000 Schäden. Insgesamt hat die Gesellschaft in 2002 brutto einen Schadenaufwand von 816,9 Millionen Euro (Vorjahr 712,1 Millionen Euro) zu verzeichnen. Dies bedeutet eine Steigerung von 14,7%.

Die kombinierte Schaden- und Kostenquote des direkten deutschen Geschäfts belief sich in 2002 auf 107,7%. Davon machten Stürme und Überschwemmungen 6,5% aus. Zielsetzung für 2003 ist eine Combined Ratio von unter 100%.

Beitragseinnahmen deutlich höher als die Branche

Im Gesamtgeschäft konnte die AMVers ihre Beitragseinnahmen um 6,1% auf 1,24 Milliarden Euro steigern. Damit liegt die Gesellschaft deutlich besser als die Branche, die ein Wachstum von nur 2,9% verzeichnet. Trotz des intensiven Wettbewerbs wurden weitere Marktanteile hinzugewonnen. Der Marktanteil der AMVers ist auf 2,54% (Vorjahr 2,47%) gewachsen.

Jahresüberschuß

Der Jahresüberschuß der AMVers betrug 10,2 Millionen Euro (Vorjahr 53,8 Millionen Euro). Dieses schlechtere Ergebnis ist zum einen auf die Sonderbelastungen durch außergewöhnliche Naturkatastrophen und die anhaltende Krise an den Kapitalmärkten zurückzuführen.

Kapitalmarktsituation hinterläßt Spuren

Die Kapitalmarktkrise hat auch bei den Aachener und Münchener zu deutlichen Einbrüchen bei den Kapitalerträgen geführt. Vorstandsvorsitzender Michael Westkamp betonte, "wir haben für uns daraus die klare Konsequenz gezogen. Wir haben schonungslos analysiert und dann die Probleme angepackt. Diese konsequente Bereinigung der Bilanzen hat einen Abschreibungsbedarf von rund 440 Millionen Euro erforderlich gemacht. Das ist nicht schön. Aber wir haben einen sauberen Schnitt gemacht".

Die AMLeben habe am Aktienmarkt vorsichtig agiert und die Risiken kontrolliert. In diesem Sinne, so Westkamp, "haben wir unsere ohnehin niedrige Aktienquote von 7,4% in 2000 auf 6,5% in 2001 und auf rund 4% im Geschäftsjahr 2002 reduziert".

Zum Auftakt des Geschäftsjahres 2003 habe die AMLeben rund 265 Millionen Euro stille Lasten. "Diesen stillen Lasten stehen jedoch noch mehr als doppelt soviel stille Reserven gegenüber. Die AMVers hat überhaupt keine stillen Lasten. Die Gesellschaft konnte die Kursrückschläge aus eigener Kraft verarbeiten und verfügt nach wie vor über hohe stille Reserven", erklärte Westkamp.

Unternehmerische Maßnahmen zur Profitabilität

Parallel zur normalen Geschäftstätigkeit haben die Aachener und Münchener in 2002 wesentliche unternehmerische Weichenstellungen vorgenommen, um im Sinne ihrer Kunden noch effektiver und generell profitabler zu werden. So wurde mit der Einrichtung von Kundenservice-Centers die Voraussetzungen dafür geschaffen, daß die Kunden beider Gesellschaften künftig in allen Belangen, sei es Leben- oder Kompositversicherung, in ganz Deutschland aus einer Hand betreut werden können. Außerdem werden die Bearbeitungszeiten für schriftliche Kundenanfragen verkürzt.

Die Aachener und Münchener sind klar auf die Privatkunden ausgerichtet und betrachten sich zudem als Partner der gewerblichen Wirtschaft. Angesichts der Konzentration auf dieses Kerngeschäft wurde der Ausstieg aus dem seit Jahren in der gesamten Branche defizitären Industriegeschäft beschlossen. Allein hieraus versprechen sich die AMVersicherungen ungeachtet eines Beitragsrückgangs von 60 Millionen Euro in 2003 eine Verbesserung des versicherungstechnischen Ergebnisses brutto in Höhe von 17,2 Millionen Euro.

Zugleich wurden die notwendigen Vertriebskapazitäten im Bereich der Betrieblichen Altersversorgung ausgebaut. Die AMVersicherungen sind in der Lage, ihren Kunden alle fünf Durchführungswege inklusive Pensionsfonds und Pensionskasse anzubieten.

In der Betrieblichen Altersversorgung haben sich die AMVersicherungen ein ehrgeiziges Programm vorgenommen. Auf diesem Feld soll mittelfristig ein Marktanteil erreicht werden, den die AMLeben mit gut 5% im übrigen Vorsorgegeschäft hat. Der Start in das Segment Betriebliche Altersversorgung war sehr erfolgreich und überstieg die internen Planungen. Für 2003 soll hier beim laufenden Jahresbeitrag ein vermitteltes Geschäft von gut 30 Millionen Euro erreicht werden.

Auf alle Geschäftsaktivitäten bezogen ist aufgrund der sehr ambivalenten wirtschaftlichen Situation in Deutschland und der Risiken, die sich aus der sicherheitspolitischen Entwicklung in der Welt ergeben können, derzeit keine zuverlässige Prognose möglich. Im Grundsatz aber gehen die AMVersicherungen davon aus, daß sie im Neugeschäft Leben weiter überzeugend wachsen wird. Im Kompositbereich wird unter Berücksichtigung des Ausstiegs aus dem Industriegeschäft ein marktkonformes Wachstum angestrebt.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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