Aachener und Münchener schafft Trendwende in Versicherungstechnik
"Die Aachener und Münchener verdient damit in der Versicherungstechnik wieder Geld. Durch diesen Turnaround in der kombinierten Schaden-Kostenquote haben wir eine Ergebnisverbesserung von rund 120 Millionen € gegenüber dem vorausgegangenen Geschäftsjahr erreicht." Dieses herausragende Ergebnis ist durch ein Bündel von unternehmerischen Weichenstellungen in der Sachversicherung erreicht worden, die erst in 2004 auch im Sinne eines wertorientierten Geschäfts voll zur Geltung kommen werden. Auch die Beitragsentwicklung bei der Lebensversicherung war in 2003 weiterhin positiv. Mit gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 3,09 Milliarden € (2002: 2,99 Milliarden €) konnte die AMLeben ein Plus von 3,3% erzielen. Die Versicherungssumme des Bestandes erreichte rund 103,9 Milliarden € und ist damit um 4,5% (Vorjahr 99,4 Milliarden €) gestiegen.
Für das laufende Geschäftsjahr 2004 rechnen die Aachener und Münchener mit einem marktkonformen Wachstum in der Sachversicherung und einem sehr deutlichen Wachstum bei der Lebensversicherung. Westkamp: "Hier gehen wir von einer zweistelligen Produktionssteigerung aus. Der hervorragende Start im Lebensgeschäft in den ersten Monaten bestätigt diese Erwartung."
Als eine besondere Bestätigung für ihre Größe, Leistungsfähigkeit und finanzielle Stabilität betrachtet die Aachener und Münchener das erst kürzlich erneut von Standard & Poor's erteilte Spitzenrating "AA". Die Auszeichnung wurde beiden Gesellschaften erteilt. Damit sind die Aachener und Münchener die einzigen Erstversicherer in Deutschland, die "AA" erhalten haben. Westkamp: "Auch dies ist ein Beleg dafür, dass wir konsequent unsere unternehmerischen Hausaufgaben angepackt haben. Wir haben die zurückliegende Krise an den Kapitalmärkten aus eigener Kraft bewältigt und diese Krise für Weichenstellungen auch im Sinne einer wertorientierten Geschäftsgestaltung genutzt."
Entscheidender Wachstumsmotor Deutsche Vermögensberatung
Die langjährige, strategisch begründete Partnerschaft mit der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) war auch in 2003 eine entscheidende Grundlage für den Erfolg der Aachener und Münchener. Die Deutsche Vermögensberatung ist mit ihrem erneut herausragenden Vertriebserfolg und der guten Qualität des vermittelten Geschäfts der Wachstumsmotor Nr. 1 der Aachener und Münchener. Bei der AMLeben betrug der Anteil der Deutschen Vermögensberatung in 2003 am Neugeschäft 76%, bei der AMVers 43%.
Geschäftsverlauf der Aachener und Münchener Versicherung
Konzentration auf ertragreiches Privatkunden- und gewerbliches Firmenkundengeschäft
Die Combined Ratio wurde von 107,3% auf 97,8% gesenkt. Diese Trendwende in der Versicherungstechnik geht im Wesentlichen auf zwei Ursachen zurück. Der Schadenaufwand war in 2003 gemessen an den großen Naturkatastrophen in 2002 (Flut, Stürme) deutlich geringer. Hieraus resultiert eine Verbesserung der Combined Ratio brutto von rund 3%-Punkten. Gleichzeitig aber - und dies ist entscheidender für den Gesamterfolg - sind die eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung der Ertragskraft sehr positiv spürbar geworden. Der planmäßige Ausstieg aus dem defizitären Industriegeschäft wird 2004 abgeschlossen sein. Zur Reduzierung der Combined Ratio haben außerdem Sanierungsbemühungen in einzelnen Segmenten beigetragen. So wurden z. B. schadenträchtige Verbindungen aufgegeben. Die Aachener und Münchener werden sich im Sinne von Wachstum und Ertrag auf das Privatkundengeschäft und das gewerbliche Firmenkundengeschäft konzentrieren.
Die Vertriebsorganisationen wurden bundesweit mit einheitlichen Maßstäben auch hinsichtlich der Größenordnung gestrafft. In diesem Zusammenhang wurden eine Landesdirektion sowie 11 Filialdirektionen geschlossen. Außerdem wurden - wie vorher angekündigt - 200 Arbeitsplätze abgebaut.
Beitragseinnahmen
Erwartungsgemäß sanken die Beitragseinnahmen der AMVers im selbst abgeschlossenen Geschäft von 1,24 Milliarden € im Jahr 2002 um 4,4% auf 1,19 Milliarden €. Insbesondere der inzwischen weitestgehend vollzogene Ausstieg aus der Industrieversicherung, aber auch die bewusst in Kauf genommene Trennung von ungünstig verlaufenden Risiken in der Kraftfahrtversicherung, haben zu diesem einkalkulierten Rückgang geführt. Der Rückzug aus dem Industriegeschäft wird sich beitragsmäßig letztmals in 2004 bemerkbar machen.
Gewinnabführung
Der vollständig abgeführte Gewinn der AMVers belief sich auf die Rekordmarke von 197,6 Millionen € (Vorjahr 10,2 Millionen €). Neben dem nach Zuführung zu den Schwankungsrückstellungen um knapp 70 Millionen € verbesserten versicherungstechnischen Gesamtergebnis trugen hohe außerordentliche Kapitalerträge zu diesem Ergebnis bei.
Geschäftsverlauf der Aachener und Münchener Leben
Wachstum im Beitrag und Bestand
Die Beitragsentwicklung der AMLeben war auch im Geschäftsjahr 2003 wiederum positiv. Mit gebuchten Bruttobeiträgen in Höhe von 3,09 Milliarden € (Vorjahr 2,99 Milliarden €) konnte die AMLeben ein Plus von 3,3% erzielen (Branche 4,1%). Die Versicherungssumme des Bestandes erreichte knapp 103,9 Milliarden € und stieg damit um 4,5% (Vorjahr 99,4 Milliarden €). Die Branche verzeichnete einen Zuwachs von 3,9%.
Neugeschäft nach laufenden Jahresbeiträgen
Zusammen mit dem für die AMB Generali Pensionskasse AG vermittelten Geschäft belief sich der Neuzugang nach laufenden Jahresbeiträgen auf 430,3 Millionen € (Vorjahr 410,4 Millionen €), was einer Steigerung von 4,9% entspricht. Im Neuzugang ohne Pensionskasse hat die Gesellschaft mit 384,9 Millionen € (Vorjahr 409,8 Millionen €) abgeschlossen. Das bedeutet einen Rückgang von 6,0% (Branche + 14,5%).
Diese Entwicklung des Neugeschäfts muss vor dem Hintergrund gesehen werden, dass die für die AMLeben vermittelnden Vertriebswege im Jahr 2003 stark das Neugeschäft der konzerneigenen AMB Generali Pensionskasse AG forciert haben. Deren Neugeschäft wurde im ersten vollen Jahr ihres Bestehens von 0,9 Millionen € um 49,6 Millionen € auf 50,5 Millionen € gesteigert.
An diesem erfreulichen Ergebnis hatten die ansonsten exklusiv für die AMLeben vermittelnden Vertriebswege einen Anteil von über 90%.
Außerdem ist das Geschäft mit der Fondsgebundenen Lebensversicherung aufgrund der zurückliegenden Krise an den Börsen branchenweit zurückgegangen. Die Aachener und Münchener ist als Marktführer der FLV davon besonders betroffen gewesen.
Riester-Geschäft
In der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge ("Riester") gehört die AMLeben weiterhin zu den Spitzenanbietern in Deutschland. Die Gesellschaft hat bis Ende 2003 rund 530 000 Policen verkauft, davon allein 450 000 durch den strategischen Partner DVAG. Dies entspricht einem Marktanteil von rund 14%.
Stornoquote
Die Stornoquote stieg in 2003 von 7,0% im Vorjahr auf 7,8%. Diese unbefriedigende Entwicklung spiegelt die weiterhin schwierige gesamtwirtschaftliche Lage wider, von der auch die Stornoentwicklung in der Branche geprägt wurde (+ 0,6%-Punkte).
Verwaltungskosten und Abschlusskosten stabil
Die Verwaltungskostenquote konnte mit 3,2% auf dem Niveau des Vorjahres stabil gehalten werden. Dies gilt ebenso für die Abschlusskostenquote, die 5,3% ausmacht.
19 Milliarden Euro Bestand an Kapitalanlagen
Der Kapitalanlagenbestand der AMLeben inklusive der Veränderung des Kapitalanlagebestandes für Fondsgebundene Versicherungen (FLV) legte in 2003 deutlich um 11,2% auf 19,0 Milliarden € (Vorjahr 17,1 Milliarden €) zu. Die laufenden Kapitalerträge (ohne FLV) fielen um 5,1% auf 811,7 Millionen € (Vorjahr 855,4 Millionen €). Das Nettoergebnis (ohne FLV) stieg um 8,6% auf 732,7 Millionen € (Vorjahr 674,4 Millionen €). Die Nettoverzinsung (ebenfalls ohne FLV) stieg um 0,3%-Punkte auf 4,8% (Vorjahr 4,5%).
Der Aktienbestand der AMLeben blieb bei 582,0 Millionen € stabil (Vorjahr 583,3 Millionen €). Aufgrund des insgesamt gestiegenen Kapitalanlagebestandes sank die im Branchenvergleich ohnehin niedrige Aktienquote von rd. 4% in 2002 auf 3,7% im Geschäftsjahr 2003 weiter ab. Die stillen Lasten im Anlagevermögen (gemäß § 341b HGB) wurden von 301,6 Millionen € auf 103,0 Millionen € reduziert. Ein weiterer Abbau ist für das Geschäftsjahr 2004 vorgesehen; dies würde dann auch unter den ab 2004 veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen vorteilhaft sein. "Diesen stillen Lasten steht ein Vielfaches an stillen Reserven gegenüber, daher sind wir auch vollkommen ohne Sorge, was diese Position angeht", erklärte Westkamp. Die AMVers hat weiterhin keine stillen Lasten.
Rohüberschuss von 444,3 Millionen Euro
Der Rohüberschuss inklusive der Direktgutschrift beläuft sich für das Geschäftsjahr 2003 auf 444,3 Millionen € (Vorjahr 416,9 Millionen €). Die Zuführung zur Rückstellung für Beitragsrückerstattung erhöhte sich von 185,6 Millionen € (in 2002) auf 215,6 Millionen € (in 2003). Der abgeführte Gewinn stieg von 25 Millionen € (in 2002) um 11,5 Millionen € auf 36,5 Millionen € (in 2003).
Ausblick 2004: Wachstum und Ertrag
Die Aachener und Münchener Gesellschaften sind für den Wettbewerb hervorragend positioniert. In Komposit erwarten wir - unter Berücksichtigung des Ausstiegs aus dem Industriegeschäft - für 2004 ein marktkonformes Wachstum. Die Combined Ratio soll mindestens auf dem erreichten niedrigeren Niveau gehalten, möglichst aber weiter verbessert werden.
Bei der Lebensversicherung rechnen die Aachener und Münchener Gesellschaften mit einem zweistelligen Wachstum. Diese Annahme wird durch den Erfolg beim Riester-Geschäft unterstützt. So wird aus der ersten Riester-Erhöhungsstufe ein laufender Jahresbeitrag von 70 Millionen € erwartet.
Seit Anfang des Jahres müssen Riester-Sparer 2% (vorher: 1%) ihres sozialversicherungspflichtigen Einkommens bis zu einem Höchstbetrag von maximal 1050 € (vorher: 525 €) einzahlen, um die vollen staatlichen Zulagen zu erhalten.
Unbeschadet der Tatsache, dass die Aachener und Münchener im Riester-Geschäft einen hohen Marktanteil erzielen und eine gute Akzeptanz bei den Dynamisierungen verzeichnen können, ist das Riester-Produkt durch seine Überbürokratisierung zu kompliziert und in seiner Ausgestaltung zu eng angelegt. Hier stellt sich ein dringender Handlungsbedarf für die Politik.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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