Angst vor Zahlungskrise in der Golfregion - Dubai

30.11.2009 | Wien
Die internationalen Finanzmärkte haben nervös auf die Ankündigung des Emirats Dubai reagiert, bis Ende Mai die Bedienung der Schulden der Holdinggesellschaft Dubai World auszusetzen. Marktteilnehmer machen sich nach der Finanzkrise Sorgen um die hohe Schuldenlast vieler Länder.

Nachdem Anzeichen für eine Konjunkturerholung in den vergangenen Wochen für größere Zuversicht an den Aktienmärkten gesorgt hatten, kehrt nun die Furcht zurück, dass die Folgen der globalen Finanz- und Immobilienkrise noch nicht überstanden sind.

Die Risikoprämien auf Staatschulden aus den Vereinigten Arabischen Emiraten schossen in die Höhe. Dubai stand plötzlich auf einer Stufe mit den Ländern mit dem größten Ausfallsrisiko wie z.B. Ukraine und Griechenland. Die Aktien- und Rohstoffmärkte haben unmittelbar nach Bekanntwerden der Probleme in Dubai deutlich korrigiert. Auch europäische Titel wie z.B. Aktien deutscher Banken und Autohersteller gerieten stark unter Druck. Die Marktteilnehmer befürchteten, dass eine Schuldenkrise die Golfstaaten zum Verkauf ihrer Beteiligungen zwingen könnte.

Dies ist Ausfluss des gigantischen Baubooms der letzten Jahre und der Folgen der Immobilienkrise, die auch an den reichen Ländern der Golfregion nicht spurlos vorüber gezogen ist. Bauherren des Nahen Ostens haben sich im Laufe der Jahre billig verschuldet, um gewaltige Bauprojekte zu planen und umzusetzen. Die Schulden sollten mit Hilfe der Verkaufserlöse aus den Immobilien bedient werden. Während der Immobilienkrise brachen die Verkaufszahlen ein und das Geld wurde knapp.

Die Holdinggesellschaft Dubai World, die einen Schuldenberg von rund 60 Milliarden Dollar angehäuft hat, ist das prominenteste Aushängeschild für die Errichtung von Megaprojekten während der letzten Jahre, darunter die künstliche Palmeninsel im Meer. Jetzt hat man die Gläubiger von Dubai World um einen Zahlungsaufschub bis spätestens 30. Mai 2010 gebeten.

Nicht nur auf Sand gebaut

Für die ERSTE-SPARINVEST kommen die Zahlungsprobleme von Dubai nicht überraschend. Das Land lebt nicht mehr von seinen Ölvorräten sondern vom Tourismus und der Finanzindustrie, die einen immer höheren Stellenwert genießen. Der Immobilienboom der letzten Jahre zeigt seine Schattenseiten. Die Gefahr des Zahlungsstillstands so kurz nach der Finanzkrise kommt bei Investoren nicht gut an. Den berechtigten Ängsten kann entgegen gehalten werden, dass Dubai seine Probleme nicht alleine bewältigen muss. Als Mitglied der GCC-Staaten und der Vereinigten Arabischen Emirate kann es mit der Unterstützung der "Nachbarn" rechnen, insbesondere von Abu Dhabi. Die Frage, die sich stellt: Zu welchem politischen Preis? Im Staatsfonds von Abu Dhabi ist ein Vermögen von rund. 600 Milliarden. Dollar veranlagt. Der reiche Staat der Golfregion wird sich nicht der Blöße hingeben, seinen Nachbarn im Stich zu lassen und damit einen Reputationsverlust für alle Emirate in Kauf zu nehmen. Die Gefahr eines Flächenbrandes ist.

Angesichts der Vermögensverhältnisse in der gesamten Region, die mit Ausnahme von Dubai nach wie vor hauptsächlich von den Erträgen ihrer Erdölvorräte lebt, als gering einzustufen. Aus Sicht der ERSTE-SPARINVEST können Rückschläge und "Schockwellen" dieser Art eine Kaufgelegenheit darstellen.

Im ESPA STOCK MIDDLE EAST AND AFRICAN MARKETS nimmt die Golfregion einen Anteil von 30 % am Fondsvermögen ein. Die aktuelle Gewichtung wird trotz der Nachrichtenlage beibehalten.

Quelle: Pressemeldung ERSTE-SPARINVEST Kapitalanlagegesellschaft m.b.H.

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