Audi investiert weitere € 45 Mio. in Werkzeugbau

26.03.2010 | Wolsburg
Start des synchronisierten Produktionssystems im Audi-Werkzeugbau. "Unser Ziel ist es, den besten Werkzeugbau der Welt zu haben. Dafür optimieren wir kontinuierlich seine Prozessabläufe", sagt Audi-Produktionsvorstand Frank Dreves.

Der Werkzeugbau der AUDI AG feiert heute am Standort Ingolstadt die Eröffnung eines Erweiterungsgebäudes und die damit verbundene Einführung des synchronisierten Produktionssystems. Sämtliche Arbeitsschritte laufen damit perfekt aufeinander abgestimmt ab und ergeben einen noch schlankeren und effizienteren Produktionsprozess. "Um unseren Werkzeugbau fit für die Zukunft zu machen, haben wir am Standort Ingolstadt noch einmal mehr als € 45 Mio. investiert", erklärt Frank Dreves, Vorstand Produktion der AUDI AG. "Wir können dadurch deutlich mehr Fahrzeugprojekte realisieren als bisher - eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung unserer Modelloffensive", betont Dreves.

"Investitionen in moderne Gebäude und Maschinen, in neue und umweltbewusste Produkte sowie die Förderung von Belegschaftsmitgliedern durch Qualifizierung und Weiterbildung sind Investitionen in sichere Arbeitsplätze und die Zukunft von Audi", unterstreicht Peter Mosch, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der AUDI AG.

Der Audi-Werkzeugbau hat in der Wertschöpfungskette des Unternehmens eine Schlüsselfunktion inne. Er verantwortet in hohem Maße die Hochwertigkeit der Außenhautbleche und damit der Karosserien - und sorgt so dafür, dass die anspruchsvollen Entwürfe der Audi-Designer mit kompromissloser Präzision in die Serie umgesetzt werden. Der Werkzeugbau fertigt jedes einzelne Werkzeug als Unikat.

Mit der Inbetriebnahme des Erweiterungsgebäudes hat der Ingolstädter Werkzeugbau auch seine Arbeitsabläufe neu organisiert. Das synchronisierte Produktionssystem, das von einer neu entwickelten Software gesteuert und überwacht wird, sorgt für einen transparenteren, schnelleren und stringenteren Materialfluss. Dabei gelten ähnliche Prinzipien, wie sie in den klassischen Produktionsbereichen Anwendungen finden, angepasst an die spezifischen Gegebenheiten des Werkzeugbaus.

Der Erweiterungsbau schließt unmittelbar an den bereits bestehenden Werkzeugbau im Werk Ingolstadt an. Der gesamte Gebäudekomplex bedeckt nun eine Fläche von über 35.000 m² - das entspricht fünf Fußballfeldern. Die Brutto-Geschossfläche des Neubaus beträgt 10.230 m² und verteilt sich auf je etwa 1.150 m² Bürofläche auf vier Etagen und 5.630 m² Werkstatt einschließlich Aufenthaltsräumen; hinzu kommt auf 1.200 m² die Technik-Zentrale.

In der neuen Werkstatt befinden sich der Anlagen- und Vorrichtungsbau, in dem wichtige Teile der Karosseriebauanlagen entwickelt und gebaut werden. Gleich im Anschluss ist für Auszubildende zum Mechatroniker eine Lernstation aufgebaut. Außerdem sind hier das Laser-Team, das die benötigten Formzuschnitte aus den Blechplatinen herausschneidet, sowie eine Lagerfläche für die Rohgusse untergebracht.

Zu den Highlights der technischen Ausstattung im Erweiterungsbau gehört ein automatisches Platinenlager, das als Hochregallager Platz für 500 Tonnen Material bietet. Zwei neue Portalkräne, die auf 35 Meter Länge unter der Decke laufen, können bis zu 50 Tonnen Last befördern.

Die Erweiterung des Werkzeugbaus Ingolstadt erfolgte in drei Bauabschnitten. Im September 2008 erfolgte der Spatenstich, Ende vergangenen Jahres wurden die neuen Räume bezogen. Im Rahmen des Projekts verbauten die Arbeiter 630 Tonnen Stahl für die tragende Konstruktion sowie 6.100 m3 Beton und 810 Tonnen Betonstahl.

Der Audi-Werkzeugbau genießt in der Branche einen exzellenten Ruf und nimmt im internationalen Wettbewerb eine Führungsrolle ein. Das belegen auch zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Rund 900 Mitarbeiter sind allein am Standort Ingolstadt im Werkzeugbau beschäftigt, im gesamten Unternehmen sind es rund 1.700 Mitarbeiter.

Bekannt ist der Audi-Werkzeugbau vor allem für seine Innovationskraft. Zu den jüngsten Entwicklungen zählen besonders leichte Karosseriebau-Betriebsmittel, bei denen große Komponenten aus Kohlefaser-Verbundmaterial bestehen. Ihr verringertes Gewicht reduziert den Stromverbrauch drastisch - um über 40 Prozent.

Eine weitere neuartige Technologie im Audi-Werkzeugbau sind Umformwerkzeuge mit hochsensiblen Sensoren, die bei der Blechumformung mögliche Abweichungen vom Idealzustand entdecken. Die "intelligenten Werkzeuge" der Zukunft, die sich bei Audi schon im Prototypen-Stadium befinden, werden sich sogar selbst regulieren können - im Dienst maximaler Präzision.

Quelle: Pressemeldung VOLKSWAGEN AG

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