Daimler strebt für 2010 ein Konzern-EBIT von 6 Mrd. € an
"Unsere Strategie zahlt sich aus: Wir haben in allen Geschäftsfeldern beim Absatz und beim Umsatz eine sehr dynamische Entwicklung. Nach einem bereits guten ersten Quartal konnten wir nun im zweiten Quartal ein exzellentes Ergebnis erwirtschaften", sagt Dr. Dieter Zetsche, Vorsitzender des Vorstands der Daimler AG und Leiter Mercedes-Benz Cars. Insbesondere Mercedes-Benz Cars und Daimler Trucks konnten ihr operatives Ergebnis deutlich verbessern.
Für den Jahresverlauf bleibt Zetsche zuversichtlich: "Wir rechnen für das Jahr 2010 mit einem deutlichen Umsatzanstieg und streben ein EBIT aus dem laufenden Geschäft von 6 Mrd. € an."
Die positive EBIT-Entwicklung im zweiten Quartal führte zu einer signifikanten Verbesserung des Konzernergebnisses auf 1.312 (i. V. -1.062) Mio. €. Das Ergebnis je Aktie lag bei 1,18 (i. V. -0,99) €.
Konzernabsatz im zweiten Quartal um 27% gestiegen
Im zweiten Quartal 2010 hat Daimler weltweit 496.500 Pkw und Nutzfahrzeuge abgesetzt und damit das Vorjahresniveau um 27% übertroffen.
Der Konzern-Umsatz ist signifikant von 19,6 Mrd. € im Vorjahr auf 25,1 Mrd. € (+28%) gestiegen. Bereinigt um Wechselkursveränderungen betrug der Umsatzanstieg 21%.
Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts war positiv und erhöhte sich deutlich um 1,1 Mrd. € auf 2,5 Mrd. €.
Zum Ende des zweiten Quartals 2010 waren bei Daimler weltweit 257.658 (i. V. 257.427) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Davon waren 163.507 (i. V. 162.818) in Deutschland tätig.Aufgrund der aktuellen Auftragslage und der sich weltweit erholenden Märkte wurde die Kurzarbeit - bis auf einen geringen Umfang - zum 30. Juni 2010 beendet.
Die Geschäftsfelder im Einzelnen
Mercedes-Benz Cars hat den Absatz im zweiten Quartal um 19% auf 342.500 Fahrzeuge gesteigert. Für die Marke Mercedes-Benz bedeutet dies das stärkste zweite Quartal aller Zeiten; der Absatz erhöhte sich um 24% auf 314.400 Fahrzeuge. Lebenszyklus bedingt wurden vom smart fortwo 27.100 (i. V. 33.500) Modelle ausgeliefert. Der Umsatz von Mercedes-Benz Cars nahm um 33% auf 14,0 Mrd. € zu. Das EBIT stieg um 1,7 Mrd. € auf 1.376 Mio. €. Die Umsatzrendite betrug 9,8% (i. V. -3,2%).
Die sehr positive Ergebnisentwicklung resultierte vor allem aus den gestiegenen Fahrzeugauslieferungen, insbesondere in China, sowie aus einem verbesserten Produkt-Mix. Darüber hinaus trugen eine bessere Preisdurchsetzung, Effizienzsteigerungen und leicht positive Wechselkurseffekte zu dieser deutlichen Ergebnisverbesserung bei.
Daimler Trucks konnte den Absatz um 55% auf 83.800 Lkw steigern. Zu dieser positiven Entwicklung trugen alle Kernmärkte bei, insbesondere Indonesien (+130%), die USA (+44%), Brasilien (+50%) und Europa (+39%). Der Umsatz lag mit 5,9 Mrd. € ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau (4,2 Mrd. €). Das Geschäftsfeld erzielte mit einem EBIT von 300 (i. V. -508) Mio. € und einer Umsatzrendite von 5,1% (i. V. -12,0%) ebenfalls eine deutliche Ergebnisverbesserung.
Wesentlicher Faktor für dieses Ergebnis war die gute Absatzentwicklung. Weitere positive Effekte ergaben sich aus den Maßnahmen zur Kostensenkung, insbesondere aus der Neuausrichtung der Tochtergesellschaften Daimler Trucks North America und Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation. Durch die laufende Umsetzung dieser Programme wurde das EBIT im abgelaufenen Quartal noch mit -14 (i. V. -217) Mio. € beeinflusst.
Der Absatz von Mercedes-Benz Vans ist um 42% auf 59.400 Transporter gestiegen. Der Umsatz lag mit 2,0 Mrd. € ebenfalls deutlich über dem Vorjahresniveau (1,5 Mrd. €). Das operative Ergebnis betrug 127 (i. V. -10) Mio. €, die Umsatzrendite verbesserte sich auf 6,4% (i. V. -0,7%). Die Ergebnisverbesserung ist vor allem auf den deutlich gestiegenen Fahrzeugabsatz zurückzuführen. Belastungen durch Wechselkurseffekte konnten durch nachhaltige Effizienzsteigerungen mehr als kompensiert werden.
Daimler Buses setzte weltweit 10.800 (i. V. 8.300) Busse und Fahrgestelle ab. Der Umsatz lag mit 1,2 Mrd. € ebenfalls über dem Vorjahresniveau (1,1 Mrd. €). Das Geschäftsfeld übertraf mit einem EBIT von 79 (i. V. 49) Mio. € ebenfalls das Vorjahresergebnis. Die Umsatzrendite lag bei 6,6% (i. V. 4,4%). Positive Wechselkurseffekte sowie höhere Umsätze infolge gestiegener Auslieferungen von Fahrgestellen in Lateinamerika waren die wesentlichen Faktoren dieser Ergebnisentwicklung.
Das Vertragsvolumen von Daimler Financial Services stieg auf
63,8 Mrd. € und lag damit um 9% über dem Wert zum Jahresende 2009. Bereinigt um Wechselkurseffekte blieb das Portfolio stabil. Das Neugeschäft lag bei 7,9 (i. V. 6,5) Mrd. €. Das operative Ergebnis verbesserte sich deutlich auf 171 (i. V. 79) Mio. €.
Maßgeblich für den Ergebnisanstieg waren geringere Aufwendungen für die Risikovorsorge sowie höhere Zinsmargen. Darüber hinaus entstanden Gewinne im Zusammenhang mit der Veräußerung nicht-fahrzeugbezogener Vermögenswerte (26 Mio. €). Für die Neuausrichtung der Geschäftsaktivitäten in Deutschland entstanden gegenläufig Belastungen in Höhe von 78 Mio. €.
Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder auf das EBIT des Konzerns enthält das anteilige Ergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung an EADS, weitere zentral verantwortete Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischen den Geschäftsfeldern.
Die Sonderfaktoren, die die Ergebnisentwicklung der Daimler AG im zweiten Quartal 2010 beeinflussten, sind in der Tabelle auf der Seite 9 dargestellt.
Ausblick
Auf Basis der Einschätzungen der Geschäftsfelder erwartet Daimler, dass der Konzernabsatz im Jahr 2010 insgesamt deutlich zunehmen wird (i. V. 1,6 Mio. Fahrzeuge).
Der Daimler-Konzern rechnet für das Jahr 2010 mit einem deutlichen Umsatzanstieg (i. V. 78,9 Mrd. €).
Angesichts der guten Geschäftsentwicklung in allen Geschäftsfeldern und unterstützt durch die günstige Entwicklung wichtiger Wechselkurse hat der Daimler-Konzern seine Ergebnis-Prognose noch einmal erhöht. Für 2010 wird ein EBIT aus dem laufenden Geschäft von 6 Mrd. € angestrebt.
Diese Erwartung basiert auf der Annahme einer weiterhin stabilen konjunkturellen Entwicklung und dem anhaltenden Markterfolg der Konzern-Produkte. Die größten Risiken werden in den hohen Volatilitäten an den internationalen Finanzmärkten sowie in einer Eintrübung des makroökonomischen Umfelds gesehen.
Die neuen EBIT-Erwartungen der Geschäftsfelder aus dem laufenden Geschäft für 2010 im Einzelnen:
- Mercedes-Benz Cars strebt ein EBIT von 4 Mrd. € an.
- Daimler Trucks rechnet mit einem EBIT von rund 1 Mrd. €.
- Mercedes-Benz Vans geht von einem EBIT in der Größenordnung von 350 Mio. € aus.
- Daimler Buses erwartet ein EBIT von 180 Mio. €.
- Daimler Financial Services rechnet mit einem EBIT von etwa 800 Mio. €.
Mercedes-Benz Cars wird im laufenden Jahr von der vollen Verfügbarkeit der neuen E-Klasse Modelle profitieren. Für Absatzimpulse sorgen auch der neue Supersportwagen Mercedes-Benz SLS AMG und ab dem Herbst 2010 die neuen Generationen der R-Klasse und der CL-Klasse. Ab dem dritten Quartal 2010 werden die Fahrzeuge sukzessive mit neuen und besonders effizienten Sechs- und Acht-Zylinder-Benzinmotoren ausgestattet.
Für die Marke smart wird ab dem dritten Quartal 2010 eine Nachfrage-Belebung durch die neue Generation des smart fortwo erwartet. Auf der Basis des attraktiven und wettbewerbsfähigen Fahrzeugangebots geht das Geschäftsfeld davon aus, dass der Absatz der Marke Mercedes-Benz im Jahr 2010 zweistellig wachsen wird.
Für das zweite Halbjahr 2010 erwartet Mercedes-Benz Cars eine Fortsetzung des positiven Trends der ersten beiden Quartale, jedoch nicht mehr mit der gleichen Dynamik. Zwar werden global weiter stabile Absatzmärkte und ein sich festigendes wirtschaftliches Umfeld unterstellt, dennoch bestehen weiterhin Risiken einer verlangsamten Marktentwicklung in einigen Regionen. Hinzu kommen in der zweiten Jahreshälfte erhöhte Personalaufwendungen aufgrund der zum 31. Mai beendeten Arbeitszeitverkürzung; außerdem besteht eine hohe Volatilität bei wichtigen Währungen. Demgegenüber stehen eine konsequente Umsetzung des Effizienzprogramms und eine optimierte Produktpalette.
Daimler Trucks erwartet aufgrund der sich stabilisierenden Marktsituation in vielen Kernmärkten sowie der Verfügbarkeit neuer Modelle für das laufende Geschäftsjahr eine deutliche Erholung des Absatzes im Vergleich zum Vorjahr. Indonesien, USA, Brasilien und Europa werden dabei aller Voraussicht nach die Treiber bleiben. Darüber hinaus wird in Japan und der Türkei ebenfalls mit einer Erholung des Marktes gerechnet.
Absatzimpulse erwartet das Geschäftsfeld auch von den modellgepflegten Mercedes-Benz-Lkw Atego und Axor, die ab der Nutzfahrzeug-IAA bestellt werden können und ab Ende des Jahres ausgeliefert werden.
Die in den USA angebotenen Detroit Diesel-Aggregate der neuen schweren Motorengeneration mit BLUETEC-Technologie zur Erfüllung der Emissionsrichtlinie EPA10 führen zu steigender Nachfrage nach Freightliner-Lkw. Der neue Fuso Schwer-Lkw mit BLUETEC-Motoren der neuen schweren Motorengeneration von Daimler Trucks und der neue mittelschwere Fuso Fighter versprechen weitere Nachfrage-impulse.
Mercedes-Benz Vans erwartet vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage und der Markterholung im Transportergeschäft einen deutlichen Anstieg des Absatzes gegenüber dem Vorjahr.
Daimler Buses rechnet für 2010 mit einem Absatzwachstum, das im Wesentlichen durch die Entwicklung des Fahrgestellabsatzes der lateinamerikanischen Märkte getragen wird. In Westeuropa wird das Absatzvolumen hingegen marktbedingt unter dem Vorjahreswert bleiben.
Daimler Financial Services rechnet für 2010 mit einem Rückgang der weltweiten Kreditrisikokosten und weiteren Effizienzverbesserungen im Vergleich zum Vorjahr. Beim Vertragsvolumen wird auf wechselkursbereinigter Basis für die zweite Jahreshälfte von einer stabilen Entwicklung ausgegangen.
Vor dem Hintergrund der sich wieder belebenden Nachfrage erwartet der Daimler-Konzern, dass die weltweite Zahl der Beschäftigten im Vergleich zum Jahresende 2009 stabil bleiben oder leicht steigen wird.
Die in der nachfolgenden Tabelle dargestellten Sonderfaktoren haben das EBIT im zweiten Quartal 2010 und 2009 beeinflusst.
Quelle: Pressemeldung Daimler AG
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