Festplatten nach Hochwasser in Thailand teurer

11.11.2011 | Berlin
Preise steigen in Deutschland um durchschnittlich 80 Prozent Weltweite Produktion der Speicherlaufwerke sinkt um ein Viertel Lieferkette für die PC-Komponenten gestört

Das Hochwasser in Thailand hat zu einer massiven Verteuerung von Computer-Festplatten geführt. Seit Anfang September sind die Preise für die Speicherlaufwerke in Deutschland um durchschnittlich 80 Prozent gestiegen. Das berichtet der Hightech-Verband BITKOM. Basis der Angaben ist eine Analyse des Preisvergleichsportals Guenstiger.de für den BITKOM. Bei der Untersuchung wurden die Preise von 300 Festplatten-Modellen im Zeitraum vom 2. September 2011 bis 9. November 2011 in Online-Shops ausgewertet. Betrachtet wurden interne und externe Speicherlaufwerke der Hersteller Hitachi, Samsung, Seagate, Toshiba und Western Digital, die den Großteil des Marktes ausmachen. "Die Liefersituation bei Festplatten bleibt angespannt", sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. "Die Hersteller arbeiten intensiv daran, ihre Fabriken wieder in Betrieb zu nehmen und die Produktionskapazitäten an anderen Standorten hochzufahren."

In Thailand werden mehr als ein Drittel aller weltweit hergestellten Computer-Festplatten produziert. Neben den Herstellern der Festplatten selbst sind in Thailand zahlreiche Zulieferbetriebe ansässig, die Komponenten auch an Produktionsstandorte in anderen Ländern liefern. Das Hochwasser hat viele Fabriken unter Wasser gesetzt und beeinträchtigt massiv die Verkehrswege. Nach Schätzungen von Marktforschern werden die Anbieter im vierten Quartal weltweit etwa ein Viertel weniger Festplatten ausliefern als in den Vorquartalen.

Noch unklar ist, wie sich die verringerte Produktion auf die Hersteller von Computern auswirken wird. "Jetzt hängt alles davon ab, wie schnell die Festplatten-Anbieter die Produktion wieder in Gang bringen können", sagte Rohleder. Kurzfristige Preisbewegungen bei Computern erwartet der BITKOM nicht. Rohleder: "Die Computer für das Weihnachtsgeschäft sind produziert und stehen zur Auslieferung bereit." Zudem sei fraglich, ob die PC-Hersteller angesichts des scharfen Wettbewerbs höhere Bezugspreise für einzelne Komponenten an die Kunden weitergeben können. So sind die Preise für Notebooks nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Oktober im Vergleich zum Vorjahresmonat um 21 Prozent gesunken.

Quelle: Pressemeldung BITKOM Bundesverband Informationswirtschaft,Telekommunikation und neue Medien e.V.

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