Hauptversammlung Generali Lloyd AG, 19.6.2000 - Geschäftszahlen 1999

20.06.2000 | Köln
Einbindung der Generali Lloyd Gesellschaften in die AM-Gruppe Überdurchschnittliches Wachstum durch Lebensversicherungsgeschäft. Durch ein starkes Wachstum im Lebensversicherungsgeschäft stiegen 1999 die konsolidierten Beitragseinnahmen der Generali Lloyd Versicherungen um 6,0% auf knapp 4 Mrd. DM. Somit konnte die Gruppe trotz rückgängiger Prämienentwicklung in den Schaden/Unfall-Sparten über dem Marktdurchschnitt wachsen.

Die gebuchten Bruttobeiträge der Generali Lloyd Versicherungen betrugen im Geschäftsjahr 1999 3.997,8 Mio. DM. Davon entfielen 54,6% auf das Lebensversicherungsgeschäft, 1,0% auf das Krankenversicherungsgeschäft und 44,4% auf das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft.

Die konsolidierten Brutto-Prämieneinnahmen im Lebensversicherungsgeschäft verzeichneten eine sehr positive Entwicklung, insbesondere aufgrund der Steuerdiskussion in der Bundesregierung, und erhöhten sich um 13,2% auf 2.182,4 Mio. DM. Bedingt durch ein Produktionsrückgang bei

gleichzeitigem Bestandsstorno in der Vollkostenversicherung nahmen die gebuchten Bruttobeiträge in der Krankenversicherung im selbst abgeschlossenen Geschäft um 5,2% auf 38,7 Mio. DM ab. Im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft sanken die konsolidierten gebuchten Beiträge, durch den anhaltend starken Wettbewerb, um 1,5% gegenüber dem Vorjahr auf 1.776,7 Mio. DM.

Die konsolidierten Aufwendungen für Versicherungsfälle für eigene Rechnung betrugen 2.077 Mio. DM. Davon entfielen auf das Lebensversicherungsgeschäft 42,4%, 1,0% auf das Krankenversicherungsgeschäft und 56,6% auf das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft. Dank eines strengen Kostenmanagements reduzierten sich die konsolidierten Nettoaufwendungen für den Versicherungsbetrieb weiter um 0,8% auf 723,7 Mio. DM. Davon entfielen 41,3% auf das Lebensversicherungsgeschäft, 1,3% auf das Krankenversicherungsgeschäft und 57,4% auf das Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft.

Das gesamte versicherungstechnische Ergebnis verschlechterte sich auf -132,9 Mio. DM, insbesondere infolge des starken Anstieges der Schadenaufwendungen im Kraftfahrt-Firmenkundengeschäft und in der Feuer-Industrie Sparte.

Die versicherungstechnischen Rückstellungen, einschließlich der Deckungsrückstellungen im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft, erhöhten sich im Geschäftsjahr 1999 um 11,0% auf 12.974,9 Mio. DM. Die Kapitalanlagen der Gruppe beliefen sich bis zum 31.12.1999, mit einer Steigerung von 10,3% gegenüber dem Vorjahr, auf 17.470,4 Mio. DM. Das konsolidierte Kapitalanlageergebnis verbesserte sich um 13,3% auf 1.381,6 Mio. DM. Der Jahresüberschuss für das Jahr 1999 betrug 20,0 Mio. DM.

Ertrag vor Umsatz bleibt die Devise für das Jahr 2000

Auch im Jahr 2000 steht die Ertragsorientierung im Vordergrund. Die im Jahr 1999 durchgeführte Sanierung des Kraftfahrtgeschäftes wird im Jahr 2000 fortgeführt. Der Prämienverlust im Schaden- und Unfallversicherungsgeschäft wird im Jahr 2000, besonders beeinflußt durch die Sanierung, weiter anhalten: im Mai verzeichnete die Generali Lloyd Versicherung AG, München, in der Entwicklung der gebuchten Beiträge ein Minus von 8,9%. Demgegenüber ist für den selben Monat eine positive Steigerung der gebuchten Beiträge der Generali Lloyd Lebensversicherung AG, München, um 13,8% und der Dialog Lebensversicherungs- AG, Augsburg, um 5,6% zu verzeichnen. Ein konsequentes Kostenmanagement zählt weiter zu den obersten Prioritäten.

Finanzdienstleistungangebot wird deutlich ausgebaut

Die Generali Lloyd Versicherungen werden in diesem Jahr durch die Erweiterung der Produktpalette für Ihre Kunden und Geschäftspartner noch attraktiver sein.

So wird ab 1. Juli 2000 die Generali Lloyd Lebensversicherung AG eine aktienorientierte Rentenversicherung auf den Markt bringen. Weiter wurden neue Berufsunfähigkeitsdeckungen nach verschiedenen Modellen und erweiterte Optionsmöglichkeiten im Rahmen des Deckungskonzeptes SELEKTA" entwickelt. Die bisherigen Lebensversicherungsprodukte werden ab dem 1. Juli 2000 unter Berücksichtigung des verminderten Rechnungszinses gemäß den Vorschriften des Bundesaufsichtsamtes angeboten.

Durch die Gründung der konzerneigenen Fondsgesellschaft AM Generali Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH und die Zusammenarbeit mit der Commerzbank wird das Finanzdienstleistungsangebot verstärkt.

Mit der Verschmelzung der Generali Krankenversicherung AG und der Krankenversicherungsgesellschaft der AM-Gruppe CENTRAL KRANKEN, Köln stehen den Kunden der Generali Lloyd Versicherungen die Produkte einer wachstums- und ertragsreichen Krankengesellschaft des deutschen Marktes zur Verfügung.

FUTURA wurde verkauft

Da die FUTURA Lebensversicherung AG, Frankfurt und die Dialog Lebensversicherungs-AG, Augsburg im selben Angebotssegment tätig sind, hat das Management der Generali Lloyd Versicherungen beschlossen die FUTURA zu verkaufen. Die Gesellschaft wurde am 8.5.2000 von der InterRisk Versicherungs-AG erworben.

Einbindung der Generali Lloyd Gesellschaften in die AM-Gruppe

Im November 1999 hatten das Management der Generali, Triest, der AMB Aachener und Münchener Beteiligungs-AG und der Generali Lloyd AG beschlossen, die Generali Lloyd Gesellschaften in die Aachener und Münchener Gruppe (AM-Gruppe) einzubinden.

Ziel der Maßnahme war es, den deutschen Teil der Generali-Gruppe auf dem heimischen Markt noch schlagkräftiger zu machen, Synergiepotenziale auszuschöpfen und den Standort München nachhaltig zu stärken. Der Zeitpunkt der Eingliederung wurde vor dem Hintergrund gewählt, dass die Projekte zur Effizienzsteigerung sowohl der AM-Gruppe als auch der Generali Lloyd Gesellschaften ein Stadium erreicht hatten, in dem weitere zukunftsweisende Weichenstellungen erfolgen mussten.

Rechtliche Voraussetzungen geschaffen

In der Hauptversammlung der Generali Lloyd AG am 19. Juni 2000 wurden alle rechtlichen Voraussetzungen für die Eingliederung in die AM-Gruppe und die Übernahme der strategischen Führung durch die AMB geschaffen. Bereits im Vorfeld hatte die AM-Gruppe eine mehrheitliche Beteiligung an der Generali Lloyd AG übernommen. Die Generali Vienna, Generali Triest und die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft werden beteiligt bleiben.

Folgende Maßnahmen zur Integration der Generali Lloyd Gesellschaften und Umsetzung des Standortkonzepts mit der THURINGIA wurden eingeleitet:

Informationstechnologie

Es wurde beschlossen, die Datenverarbeitung der Generali Lloyd Gesellschaften in die AM Informatik GmbH, den zentralen IT-Dienstleister der AM-Gruppe, zu überführen und in die vorhandenen Konzernsysteme einzubinden. Um die räumliche Nähe zu den Anwendern zu gewährleisten, wird die Informatik der Generali Lloyd Gesellschaften in den AM Informatik-Standort München eingebunden. Der Betriebsübergang erfolgt zum 1.Juli 2000.

Kranken- und Rechtsschutzversicherung

Da die noch junge Generali Krankenversicherung AG schwerpunktmäßig Zusatzversicherungsgeschäft betreibt und mit einem Prämienvolumen von 38,7 Mio. DM noch nicht über die erforderliche Betriebsgröße verfügt, wurde sie am 19. Juni 2000 an die zur AM-Gruppe gehörende CENTRAL KRANKENVERSICHERUNG AG veräußert und wird mit dieser Gesellschaft rückwirkend zum 1. Januar 2000 verschmolzen.

Ferner wurde entschieden, die Generali Rechtsschutz Versicherungs-AG mit einem Beitragsvolumen von 30,8 Mio. DM zum Jahreswechsel 2000/2001 mit der AdvoCard Rechtsschutzversicherung AG ebenfalls rückwirkend zum 1. Januar 2000 zu verschmelzen. Der Verkauf von AdvoCard-Produkten durch die Vertriebsorganisationen der Generali Lloyd wird Anfang 2001 beginnen.

Rückversicherung

Das ausgehende Rückversicherungsgeschäft wird künftig über die AMB platziert. Hintergrund dieser Entscheidung sind zu erwartende Effizienzsteigerungen und Einsparungen durch verbesserte Konditionen im Rahmen eines größeren Portefeuilles.

Kapitalanlagen

Das Portfolio-Management der Finanzanlagen der Generali Lloyd Unternehmen wird zum 1. Juli 2000 auf die AM Finanzanlagen-Management GmbH, Köln, übergehen, wobei die strategischen Entscheidungen über die Kapitalanlagen in den Generali Lloyd Unternehmen verbleiben.

Die Immobilienverwaltung wird in die AM Immobilien GmbH integriert. Der Betriebsübergang erfolgt am 1. Juli 2000.

Vertrieb

Die engere Einbindung in die AM-Gruppe wird das Produktangebot der Generali Lloyd Versicherungen und das Cross selling-Potenzial im gesamten deutschen Teil des Generali Verbundes stärken:

Seit Anfang Mai 2000 vermitteln die Generali Lloyd Versicherungen bereits erfolgreich Produkte der CENTRAL KRANKENVERSICHERUNG.

Ab dem 1. Januar 2001 wird der Vertrieb von Rechtsschutzprodukten der AdvoCard Rechtsschutzversicherung aufgenommen.

Darüber hinaus wird die Generali Lloyd Lebensversicherung AG ab dem 1. Januar 2001 Produktgeber für den THURINGIA-Vertrieb im Bereich Lebensversicherung.

Im Rahmen der Kooperation zwischen der Generali Gruppe und der Commerzbank ist der Vertrieb von Bankprodukten angelaufen.

Im Mai 2000 erfolgte der Vertriebsstart mit konzerneigenen Fondsprodukten der AM Generali Invest Kapitalanlagegesellschaft mbH.

Dialog Versicherungs-AG

Die strategische Positionierung der Dialog Versicherungs-AG innerhalb der AM-Gruppe wurde überprüft. Gegenwärtig ist eine Eingliederung der Dialog Versicherungs-AG in die Generali Lloyd Versicherung AG geplant.

Gemeinsame Dienstleistungsgesellschaft

Mit dem Ziel der Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung verfolgt die AM-Gruppe ein Standortkonzept, wonach bestimmte Back office-Funktionen an einem Standort der Gruppe nur einmal vorgehalten und von allen dort ansässigen Einheiten gemeinsam genutzt werden. Die Generali Lloyd Versicherungen hatten bereits 1998 ihre Back office-Funktionen in eigenständige Servicegesellschaften überführt. In die damals eingerichtete und inzwischen in Generali Lloyd Thuringia Verwaltungs-Service AG umbenannte Gesellschaft mit Sitz in München wird nun auch, dem beschriebenen Standortkonzept folgend, die Thuringia Versicherungs-AG ihre entsprechenden Fachbereiche einbringen. In der gemeinsamen Dienstleistungsgesellschaft werden folgende Funktionen gebündelt: Betriebsorganisation, Controlling, Personalverwaltung, Personalentwicklung und -schulung, Recht, Revision, Rechnungswesen, Unternehmensentwicklung und Kommunikation (nur Generali Lloyd), Zentrale Verwaltung.

Synergiepotenziale

Das erwartete Synergie- und Effizienzpotenzial auf Basis der geplanten Maßnahmen liegt bei rund 110 Mio DM p.a. ab dem Jahr 2005. Hierin enthalten sind auch die Einsparungen aus der Integration der DBS Deutsche Bausparkasse AG in die BADENIA Bausparkasse AG. Bei der DBS handelt es sich um eine Beteiligung der Generali Lloyd Versicherungen, die von der BADENIA erworben wurde. Die Fusion der DBS auf die BADENIA wurde in der Hauptversammlung am 2. Mai 2000 beschlossen.

Personelle Veränderungen

Infolge des Übergangs der strategischen Führung der Generali Lloyd Gesellschaften auf die AM-Gruppe wurde eine Neubesetzung der Gremien notwendig. Der Vorstand der Generali Lloyd AG (Holding) setzt sich künftig wie folgt zusammen:

Werner Moertel (Vorsitz, Vorstandsvorsitzender der Generali Lloyd Versicherung AG und der Generali Lloyd Thuringia Verwaltungs-Service AG)

Norbert Müller, (Vorstandsvorsitzender der THURINGIA Versicherungs-AG)

Dr. Dieter Strasser, (Vorstandsvorsitzender der Generali Lloyd Lebensversicherung AG).

Zum Aufsichtsratsvorsitzenden wurde Dr. Hans Jäger, Vorstandsvorsitzender der AMB, gewählt.

Die bisherigen Vorstände Dr. Dietrich Karner (Vorstandsvorsitzender), DDr. Günter Neumann, Herbert Rospleszcz, Wolfgang Simonmeyer und Walter Steidl haben ihre Mandate in der Generali Loyd AG niedergelegt.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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