R+V weist 2002 Rekordergebnis aus
. "Es ist uns 2002 gelungen, die Kapitalmarktkrise und das außergewöhnliche Schadenjahr so zu bewältigen, dass wir ein Rekordergebnis ausweisen können", erläuterte Dr. Jürgen Förterer, Vorstandsvorsitzender der R+V Versicherung AG, auf der Bilanzpressekonferenz am 23. April 2003 in Wiesbaden. Der Konzernjahresüberschuss beträgt 727 Millionen Euro. Trotz der anhaltenden Aktienbaisse, so betonte Förterer, gestaltet sich die Gesamtreservesituation des Konzerns weiterhin auskömmlich. Die ausgewogene Kapitalanlagestrategie kommt auch bei der Bewertung durch die Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin zum Ausdruck: Die R+V-Gesellschaften haben beide Stresstests bestanden.
Das vergangene Geschäftsjahr war geprägt von einem überdurchschnittlichen Beitragswachstum: Der R+V Konzern erhöhte das Prämienvolumen um 5,8 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro (R+V Gruppe: um 5,7 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro). In allen Sparten konnte R+V Marktanteile hinzugewinnen. Gleichzeitig wurde die Kostenquote weiter gesenkt. In das erste Quartal 2003 ist R+V gut gestartet: Die Erstversicherer steigerten ihre Beitragseinnahmen um 6,3 Prozent. "Wir gehen davon aus, dass wir auch 2003 marktüberdurchschnittlich wachsen werden", zeigte sich Förterer optimistisch.
2002: Marktanteile in allen Sparten gewonnen
Im Vergleich mit dem Branchendurchschnitt lag R+V 2002 klar vorn: Mit 6 Prozent Wachstum übertrafen die inländischen Erstversicherer den Branchenwert von 4,1 Prozent.
Diese überdurchschnittliche Steigerung galt durchgängig für alle Sparten. Im Personenbereich wuchsen die Beiträge der R+V Lebensversicherungen um 6 Prozent.
Mit einem Marktanteil von 4,7 Prozent gehört die R+V zu den größten deutschen Lebensversicherern. Auch die betriebliche Altersvorsorge trug kräftig zum Wachstum bei: Im Neugeschäft stiegen die Vertragszahlen um fast 60 Prozent und die Beiträge um rund 16 Prozent an.
Bei der Krankenversicherung entstand die Steigerung von 15,8 Prozent vor allem durch das Neugeschäft der Krankenvollversicherung. Dieser Effekt, so erläuterte Förterer, sei auf die ungeklärte Situation in der gesetzlichen Krankenversicherung zurückzuführen. Daneben trug der erfolgreiche Markteintritt der R+V in Süddeutschland zu den Wachstumszahlen bei.
Im Schaden-/Unfallbereich sorgten solide Wachstumsraten in allen Sparten - überall deutlich über dem Branchendurchschnitt - für den Zugewinn von Marktanteilen. Insgesamt konnten die Schaden-/Unfallversicherer ihre Beiträge um 5,4 Prozent steigern.
Schadenjahr 2002: R+V beweist Leistungsfähigkeit
Das Schadenjahr 2002 hat - wie in der gesamten Branche - auch bei R+V Spuren hinterlassen: Es war durch Groß- und Kumulschäden geprägt, verursacht unter anderem durch das Elbe-Hochwasser und den Sturm Jeanette. Rund die Hälfte des erhöhten Schadenaufwandes hatte seine Ursache in Naturkatastrophen. Dies schlug sich im versicherungstechnischen Ergebnis nieder: Brutto fiel es mit -216 Millionen Euro deutlich negativer aus als im Vorjahr mit -9 Millionen Euro. Wird die Rückversicherung eingerechnet, ergibt sich ein Nettowert von -201 Millionen Euro.
Insgesamt summierten sich die Bruttoaufwendungen für Versicherungsfälle im Konzern auf 4.880 Millionen Euro (+13,7 Prozent). Davon entfielen 2.216 Millionen Euro auf den Schaden-/Unfallbereich (+19,7 Prozent). Die Brutto-Schadenquote des Geschäftsjahres stieg in Folge der Naturkatastrophen von 69,2 Prozent auf 78,1 Prozent. Operativ hat R+V die Schadenflut gut bewältigt: Im vergangenen Jahr wurden 1,1 Millionen Schäden gemeldet - das entspricht rund 3.000 Fällen täglich.
Kostenquoten weiter gesenkt
Seit mehreren Jahren betreibt der R+V Konzern gezielt Kostenkontrolle in allen Sparten: So konnte in Schaden/Unfall auch 2002 die Verwaltungskostenquote weiter von 13 auf 12 Prozent gesenkt werden - eine Entwicklung, die die zunehmende Effizienz der Verwaltung bei R+V zeigt. Dies schlägt sich auch in der weiter sinkenden Gesamtkostenquote nieder - sie reduzierte sich 2002 auf 27,1 Prozent.
Schadenquote und Gesamtkostenquote ergeben zusammen eine Combined ratio von 105,2 Prozent - damit reichten 2002 die Prämienzahlungen nicht aus, um die Kosten aus Schäden und laufenden Aufwendungen zu decken. "Für 2003 haben wir uns zum Ziel gesetzt, die Combined ratio wieder - wie in den vergangenen Jahren - auf unter 100 Prozent zu drücken", betonte Förterer.
Kapitalmarktkrise gut bewältigt
Im vergangenen Geschäftsjahr wuchs der Kapitalanlage-Bestand um 6,6 Prozent auf 32,7 Milliarden Euro. Außerordentliche Effekte steigerten das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen auf 2.058 Millionen Euro. Die Erträge aus Veräußerungen von Kapitalanlagen beliefen sich auf 777 Millionen Euro. Ein Teil davon entstand durch die Neuordnung der Beteiligungsstruktur im Konzern.
Vom Konzernjahresüberschuss sollen im Zuge einer Sonderausschüttung 640 Millionen Euro den Anteilseignern zur Verfügung gestellt werden. In einem Schütt-aus-Hol-zurück-Verfahren werden sie dem offen ausgewiesenen Eigenkapital wieder zugeführt. Damit kann R+V ihre Substanz erhalten und profitiert weiterhin von einer auskömmlichen Reservesituation.
Dennoch betrafen die Verwerfungen an den internationalen Aktienmärkten R+V ebenso wie die gesamte Branche - Abschreibungen in Höhe von 782 Millionen Euro waren notwendig. Stille Lasten wurden in Höhe von 761 Millionen Euro gebildet. Diese werden von den bilanziell ausgewiesenen Reserven sowie den Reserven in sonstigen Kapitalanlagen deutlich überdeckt.
Guter Start in 2003: Altersvorsorge mit dickem Plus
Der Wachstumstrend des vergangenen Jahres setzte sich auch in den ersten drei Monaten 2003 fort: Die R+V Gruppe verzeichnete in diesem Zeitraum ein Beitragsplus von 6,3 Prozent.
Die R+V Lebensversicherungen steigerten im ersten Quartal 2003 ihre Beitragseinnahmen um 6,8 Prozent. Das Neugeschäft verlief sehr erfreulich: Es stieg zweistellig um 14,3 Prozent. Mit Ausnahme des weiterhin verhaltenen Riester-Geschäfts trugen alle Bereiche der Lebensversicherung dazu bei. Speziell die Kapital bildenden Lebensversicherungen und die Rentenversicherungen legten kräftig zu.
Auch der Boom in der betrieblichen Altersversorgung setzte sich in den ersten drei Monaten dieses Jahres fort: Seit Januar wuchsen die Beitragseinnahmen im Neugeschäft um 46 Prozent - allein im März legten sie gegenüber dem Vorjahresmonat um 100 Prozent zu.
Von der Tendenz zur verstärkten Eigenvorsorge profitierte die R+V Krankenversicherung: In den ersten drei Monaten stieg der Neugeschäftsbeitrag um 42,1 Prozent. Die gebuchten Beiträge verzeichneten ein dickes Plus von 18 Prozent.
Im Januar eingeführt: Bündelpolice beflügelt Kompositgeschäft
Das inländische Schaden-/Unfallversicherungsgeschäft startete viel versprechend mit einem Beitragswachstum von 5,8 Prozent. In der Unfallversicherung ist das Neugeschäft im ersten Quartal um 25,9 Prozent gestiegen. Hauptwachstumsträger war - wie schon in den vergangenen Jahren - die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr. Die gebuchten Bruttobeitragseinnahmen nahmen hier um 4,1 Prozent zu.
Vor allem die im Januar neu eingeführte R+V-PrivatPolice - eine Bündelpolice aus Haftpflicht-, Hausrat-, Wohngebäude- und Rechtsschutzversicherung - sorgte für einen kräftigen Schub in diesen Sparten. Spitzenreiter war der Haftpflichtbereich: Hier stiegen die gebuchten Beitragseinnahmen mit knapp 14 Prozent um mehr als das Doppelte im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Vorjahres. Ebenfalls erfreulich: Die Schadenentwicklung bleibt bisher deutlich hinter der des vergangenen Jahres zurück.
Quelle: Pressemeldung R+V Versicherung AG
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