Rohstoffpreise werden mittelfristig wieder anziehen

16.12.2008 | Düsseldorf
Der aktuelle Preissturz bei metallischen und energetischen Rohstoffen signalisiert keine dauerhafte Rückkehr zu einem günstigen Niveau. Vielmehr ist mit wieder ansteigenden Preisen zu rechnen, sobald es - voraussichtlich in 2010 und 2011 - zu einer Wiederbelebung des weltweiten Wirtschaftswachstums kommt. Zu dieser Einschätzung gelangt die IKB Deutsche Industriebank in einer aktuellen Analyse.

Die Rohstoffverbraucher profitieren nur vorübergehend vom deutlichen Rückgang der Nachfrage. Hierfür sind der momentan nachlassende Bedarf und der rasche Rückzug von Anlegern verantwortlich, die zuvor massiv in Rohstoffe investiert hatten. Damit werden nach Auffassung der IKB in Zukunft die fundamentalen Faktoren wieder eine größere Rolle bei der Preisbildung spielen. "Dies wird etwas mehr Stabilität in die internationalen Rohstoffmärkte bringen", erwartet IKB-Branchenanalyst Dr. Heinz-Jürgen Büchner.

Mittelfristig wird es zu erneuten Preiserhöhungen bei den wichtigsten Rohstoffen kommen; bei Rohöl zum Beispiel empfiehlt die IKB 80 bis 100 US-Dollar je Barrel als sichere Kalkulationsbasis. Denn der Rohstoffbedarf wird wieder steigen. Dies ergibt sich aus bedeutenden weltweiten Nachfragetrends. Dazu gehören zum Beispiel der Ausbau von Verkehrsinfrastruktur und Energieversorgung, eine zunehmende PkW-Dichte auch in den Schwellenländern sowie die Ausweitung der Nahrungsmittelproduktion.

Maßgeblich für die künftige Preisentwicklung wird allerdings auch das Verhalten auf der Angebotsseite sein. Zwar sind umfangreiche, am steigenden Bedarf orientierte Investitionen der Rohstoffproduzenten in Planung. Allerdings besteht die Gefahr, dass angesichts der derzeit schwachen Konjunktur und sinkender Preise wichtige Projekte verschoben werden - damit wären dann für die kommenden Jahre erneute temporäre Preissprünge möglich.

Quelle: Pressemeldung IKB Deutsche Industriebank AG

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