Sehr zufriedene Entwicklung im 1. Halbjahr
Insgesamt ist die Entwicklung in den ersten sechs Monaten als sehr zufriedenstellend zu bezeichnen und entspricht voll den Erwartungen.
Die Steigerung der Beitragseinnahme im selbst abgeschlossenen Geschäft liegt im Berichtshalbjahr bei erfreulichen 9 %. Die Stornobelastung ist gegenüber dem Vorjahr geringfügig gesunken, der Nettozugang ist infolge des Prämienwachstums im Ersatzgeschäft leicht angestiegen.
Die Beitragseinnahme im in Rückdeckung übernommenen Geschäft ist brutto um 15,7 % planmäßig gesunken. Insbesondere in den Zweigen Feuer und Leben zeigen sich deutliche Beitragsrückgänge.
Die Schadenbelastung ist im Halbjahr 2001 sowohl brutto wie auch netto im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Dies beruht insbesondere auf geringeren Schadenstückzahlen, vor allem in den Zweigen Verbundene Wohngebäude, Fahrzeugteilversicherung und Sturmversicherung.
Die Kostenbelastung ist gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres signifikant gesunken. Der Rückgang des Bruttokostensatzes um 3,3 %-Punkte resultiert aus geringeren Personalkosten im Innen- und Außendienst bei gleichzeitig gestiegenen Prämieneinnahmen. Hier macht sich insbesondere der zum 01.07.2000 erfolgte Betriebsübergang der Stabsabteilungen zur Generali Lloyd Thuringia Verwaltungs-Service AG bemerkbar.
Im allgemeinen (Finanz-) Geschäft werden insgesamt geringere Erträge aus den Kapitalanlagen ausgewiesen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Während die laufenden Erträge gesteigert werden konnten, bleiben die Gewinnrealisierungen aufgrund der anhaltend schwierigen Börsensituation im ersten Halbjahr um ca. 40 % hinter den Ergebnissen des Vorjahreszeitraumes zurück.
Natürlich ist es jetzt noch zu früh, um schon sichere Aussagen über das Gesamtergebnis am Jahresende zu machen. Aufgrund der bis jetzt vorliegenden Erkenntnisse besteht aber Zuversicht, dass aus dem Versicherungsgeschäft und dem allgemeinen (Finanz-) Geschäft wieder ein Jahresüberschuss erzielt wird, der sowohl eine angemessene Dividendenausschüttung an die Aktionäre als auch eine Stärkung der Eigenmittel ermöglicht.
Diese Einschätzung beruht auf folgenden Einzelergebnissen:
Beitragseinnahmen
Die gesamte Prämieneinnahme per 30.06.2001 beträgt DM 730,8 Mio und ist um DM 8,2 Mio höher als im Vorjahr. Die Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sind im ersten Halbjahr 2001 deutlich von DM 492,2 Mio auf DM 536,6 Mio um 9,0 % gestiegen. Dies ist ein überzeugender Erfolg der Ausschließlichkeitsorganisation, die in den vergangenen Jahren stetig ausgebaut wurde. Auf Basis der vorliegenden Zahlen geht die Thuringia davon aus, bis zum Jahresende eine Zuwachsrate von 7 % halten zu können und erwartet für das selbst abgeschlossene Geschäft eine Prämieneinnahme von rund DM 832 Mio.
In den einzelnen Versicherungszweigen verläuft die Entwicklung der Beitragseinnahme nach wie vor unterschiedlich. In den Sachversicherungszweigen insgesamt ist per 30.06.2001 ein geringer Prämienzuwachs um 0,3 % festzustellen. Erfreuliche Zuwächse ergeben sich vor allem in der Verbundenen Wohngebäudeversicherung mit 3,0 %, der Feuerversicherung mit 2,2 %, der Sturmversicherung mit 2,7 % und der Technischen Versicherung mit 2,9 %. Rückläufige Beitragseinnahmen zeigen sich dagegen in der Glas- (-4,5 %) und der Hausratversicherung (-2,9 %) sowie in der Leitungswasserversicherung (-2,1 %). Sowohl in der Haftpflicht- als auch in der Unfallversicherung wurden steigende Beitragseinnahmen erzielt. In der Unfallversicherung konnte mit 8,4 % wiederum ein kräftiger Beitragszuwachs erreicht werden, in der Haftpflichtversicherung sind die Prämieneinnahmen nach einem leichten Rückgang im Vorjahr um 1,9 % gestiegen.
In der Transportversicherung zeigt sich nach dem Prämienzuwachs im letzten Jahr wieder eine geringfügige Verschlechterung. Hier sind die Beitragseinnahmen um 3,0 % auf DM 5,5 Mio gesunken.
In der vom Umfang her sehr bedeutsamen Kraftfahrtversicherung ist, wie auch im Vorjahr, ein besonders hohes Beitragswachstum zu verzeichnen. Hier betragen die Beitragseinnahmen per 30.06.2001 in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung DM 197,1 Mio (= +14,4 %) und in der Fahrzeugvollversicherung DM 89,8 Mio (= +20,4 %). In der Fahrzeugteilversicherung und in der Kraftfahrtunfallversicherung sind die Beitragseinnahmen auf DM 25,1 Mio (= -0,2 %) bzw. auf DM 3,2 Mio (= -7,7 %) gesunken. Insgesamt ergibt sich in der Kraftfahrtversicherung eine deutliche Prämiensteigerung von 14,4 %.
Schadenverlauf
Die Brutto-Schadenquote des selbst abgeschlossenen Geschäfts ist im ersten Halbjahr von 67,2 % auf 64,5 % gesunken. Der Rückgang der Quote ist im Wesentlichen auf die kräftig gestiegenen Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Geschäft zurückzuführen. Obwohl die Schadenstückzahlen rückläufig sind, liegt der Schadenaufwand für Versicherungsfälle des Geschäftsjahres mit DM 346,2 Mio um 4,9 % über dem Vorjahreswert. Dies beruht auch auf einem deutlichen Anstieg von Großschäden.
Während bei einigen Versicherungszweigen wie Sturm, Feuer, Technischen Versicherungen, Allgemeine Haftpflicht, Kraftfahrzeug-Haftpflicht, Fahrzeugteil- und -vollversicherung deutlich geringere Schadenquoten festzustellen sind, haben sich die Quoten in den Zweigen Glas, Allgemeine Unfall, Betriebsunterbrechung und Transport zum Teil deutlich erhöht.
Im Einzelnen ergeben sich per 30.06.2001 in den vom Umfang her wesentlichen Versicherungszweigen folgende Schadenquoten:
Feuer 66,5 % (Vorjahr 67,0 %), Einbruchdiebstahl 63,0 % (75,2 %), Leitungswasser 52,0 % (66,0 %), Glas 41,8 % (36,3 %), Technische Versicherung 73,5 % (76,8 %), Betriebsunterbrechung 143,2 % (20,6 %), Hausrat 33,7 % (35,3 %), Wohngebäude 51,3 % (59,7 %), Allgemeine Haftpflicht 55,5 % (60,1 %), Allgemeine Unfall 70,3 % (64,5 %), Transport 94,1 % (80,5 %), Kraftfahrzeug-Haftpflicht 72,4 % (76,3 %), Fahrzeugvollversicherung 69,5 % (80,2 %), Fahrzeugteilversicherung 52,0 % (54,1 %).
Kosten
Die tatsächlichen Gesamt-Kosten konnten nach einem Anstieg im Vorjahr von DM 20,6 Mio um DM 1,3 Mio gesenkt werden. Die Investitionen der letzten Jahre in Strukturprojekte, insbesondere im Bereich der Datenverarbeitung, sowie die Ausgliederung der Stabsabteilungen in die Generali Lloyd Thuringia Verwaltungs-Service AG zeigen hier ihre Wirkung; des weiteren sind die Startinvestitionen für den Außendienstausbau deutlich zurückgegangen, so dass die Gesamt-Kostenquote von 36,9 % auf 33,6 % gesunken ist.
Kapitalanlagen und -erträge
Der Bestand an Kapitalanlagen (ohne Depotforderungen aus dem Rückversicherungsgeschäft) ist seit Jahresbeginn von DM 1.548,1 Mio um DM 51,1 Mio auf DM 1.599,2 Mio gestiegen. Der Zuwachs beträgt damit 3,3 %. Das Schwergewicht der Kapitalanlage-Investitionen lag wegen der anhaltend geringen Zinsen am Kapitalmarkt bei Schuldscheindarlehen und Namensschuldverschreibungen inländischer Kreditinstitute (DM 68,5 Mio). Darüber hinaus wurde stark am Aktienmarkt investiert. Der Erwerb von Aktien europäischer Gesellschaften wurde fortgesetzt.
Insgesamt wurden netto Aktienwerte in Höhe von DM 30,1 Mio erworben. Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen und bei Beteiligungen ergaben sich keine Veränderungen. Der Bestand an Inhaberschuldverschreibungen wurde um DM 37,2 Mio verringert.
Die laufenden Erträge aus Kapitalanlagen (ohne Depotzinsen aus dem Rückversicherungsgeschäft) haben sich im ersten Halbjahr 2001 gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres von DM 54,7 Mio um DM 12,3 Mio auf DM 67,0 Mio erhöht. Wesentlich höhere Erträge ergaben sich bei den Beteiligungen. In den übrigen Positionen haben sich im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres keine nennenswerten Veränderungen ergeben.
Personalentwicklung
Die Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende) ist mit 1.147 gegenüber dem 31.12.2000 mit 1.161 um 14 Mitarbeiter/innen zu-rückgegangen. Von den Mitarbeitern waren im Innendienst 767 und im Außendienst 380 beschäftigt. In Ausbildung befinden sich derzeit 32 junge Damen und Herren.
Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG
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