Solarwärme-Forschungsstrategie belegt großes technologisches Entwicklungspotenzial

09.12.2010 | Berlin
Nach mehrjähriger Arbeit hat die Deutsche Solarthermie-Technologieplattform DSTTP ihre Forschungsstrategie "Niedertemperatur-Solarthermie 2030" veröffentlicht. Das Dokument wurde jetzt im Rahmen eines Workshops der Referatsleiterin für Forschungsförderung im Bundesumweltministerium, Kerstin Deller, offiziell übergeben.

Die Forschungsstrategie wurde von etwa 100 Experten aus Industrie und Forschung in acht Arbeitsgruppen erstellt. Sie zeigt auf, mit welchen Technologien die Vision der DSTTP erreicht werden kann. Die Vision sieht vor, bis zum Jahr 2030 etwa 50 Prozent des Wärmebedarfs mit Solarwärme bereitzustellen. Die DSTTP fordert unter anderem eine deutliche Erhöhung der Forschungsmittel, um die identifizierten Forschungsaufgaben bearbeiten zu können.

"Mit der Forschungsstrategie konnten wir zeigen, dass die Wärme- und Kälteerzeugung mit Solarenergie ein sehr großes technologisches Forschungs- und Entwicklungspotenzial aufweist", so Gerhard Stryi-Hipp, Leiter der DSTTP. "Wir erwarten nun, dass die Forschungspolitik die Wärme- und Kältetechnologien im Allgemeinen und die Solarthermie insbesondere stärker unterstützen wird, die Vorarbeit hierfür haben wir geleistet." Die Bundesregierung bereitet derzeit das 6. Energieforschungsprogramm vor, das die Forschungsschwerpunkte bis zum Jahr 2020 festschreiben soll, die DSTTP fordert darin eine deutliche Aufwertung der Solarthermie ein.

Auf 120 Seiten beschreibt die Forschungsstrategie den aktuellen Status der Solarwärmetechnologie und stellt in den fünf Technologiefeldern Sonnenkollektoren, Speichertechnologien, Systemtechnik, solare Kühlung und Prozesswärme den Forschungsbedarf bis zum Jahr 2030 vor. Für jedes Feld werden kurzfristige sowie mittel- und langfristige Forschungsthemen aufgelistet und entsprechende Leitprojekte vorgeschlagen. Als flankierende Maßnahmen werden die Qualitätssicherung sowie der Qualifizierungs- und Ausbildungsbereich genannt, die gezielt ausgebaut werden müssen, um die beschriebenen Ziele zu erreichen.

"Die Forschungsstrategie ist für Forschung und Industrie von großer Bedeutung, da sie eine klare technologische Perspektive für den Erhalt der Technologieführerschaft deutscher Unternehmen aufzeigt", so Andreas Wagner, Vorstandsmitglied des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar). "Jetzt ist die Politik gefordert, die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die Forschungsaktivitäten in den Instituten und der Industrie deutlich ausgeweitet werden können." Obwohl 54 Prozent des Endenergiebedarfs in Deutschland für Wärme verwendet wird, erhält die Solarthermie als vielversprechende Technologie zur Wärmeerzeugung bislang nur etwa 6 Prozent aus dem Erneuerbare-Energien-Forschungsprogramm des Bundesumweltministeriums. Zur Erreichung der Ziele ist laut DSTTP-Forschungsstrategie eine Aufstockung auf ein jährliches Forschungsbudget von heute etwa 8 Mio. Euro auf 50 Mio. Euro notwendig. Aus Sicht der DSTTP sollte sich die Gewichtung der Energieforschungsförderung vor allem an der Bedeutung der einzelnen Technologien in der künftigen Energieversorgung ausrichten. Daraus folgt, dass die öffentlichen Forschungsbudgets für Erneuerbare Energien und unter denen insbesondere die Wärmetechnologien und die Solarthermie deutlich erhöht werden müssen.

Die Deutsche Solarthermie-Technologieplattform DSTTP ist ein Zusammenschluss von Solarthermie-Experten aus Industrie, Forschung und Politik mit dem Ziel, die Technologieentwicklung zu beschleunigen. Sie wurde drei Jahre lang vom Bundesumweltministerium und dem Projektträger Jülich im Rahmen des Projektes TechnoSol gefördert. Das Projekt wurde durchgeführt vom Bundesverband Solarwirtschaft e.V., dem Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme und dem ITW der Universität Stuttgart in Kooperation mit Solar- und Wärmetechnik Stuttgart (SWT).

Quelle: Pressemeldung Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) e.V.

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