Thuringia Generali Versicherungen: Ein neuer großer Versicherer in München

22.05.2003 | Köln
"Die Thuringia Generali Versicherungen sind nach in Rekordzeit erfolgter Fusion von Thuringia Versicherungs-AG, Generali Lloyd Versicherung AG und SAVAG Saarbrücker Versicherung AG jetzt ein neuer großer Versiche-rer am Standort München." Dies erklärte Dr. Wilhelm Kittel, Vorstandsvorsitzender der beiden unter einheitlicher Führung stehenden Gesellschaften Thuringia Generali Versicherung AG und Thuringia Generali Lebensversicherung AG.

Für die zum AMB Generali Konzern gehörenden Thuringia Generali Versicherungen sieht Dr. Kittel trotz eines schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfeldes gute Chancen: "Mit einer Vertriebsorganisation von mehr als 1.700 hauptberuflichen Vermittlern, 15.000 nebenberuflichen Vermittlern, 10.000 Maklern und Mehrfachagenten, die von über 400 angestellten Außendienstmitarbeitern unterstützt werden, sowie rund 2.600 Mitarbeiter-Innen im Innendienst sind auch die personellen Voraussetzungen dafür geschaffen, die gute Marktposition weiter auszubauen."

In nur einem Jahr ist es gelungen, die Innen- und Außendienststrukturen der Gesellschaften neu auszurichten und zusammen zu führen. So wurde die Migration auf eine einheitliche IT-Systemlandschaft mit einem Migrationsvolumen von mehr als 1 Milliarde Datensätzen termingerecht vollzogen.

Ergebnisse der Thuringia Generali Versicherung AG

Die Ergebnisse des Jahres 2002 beruhen auf den Zahlen der Thuringia Versicherungs-AG, der Generali Lloyd Versicherung AG und der SAVAG Saarbrücker Versicherung AG.

Neugeschäft

Das Neugeschäft in den SUH (Sach, Unfall, Haftpflicht)-Sparten stieg im Geschäftsjahr um 9,9% auf 40,5 Mio. Euro Jahresbeitrag. Besonders deutlich war der Anstieg in den Sparten Wohngebäude (+20 %) und Hausrat (+16 %).

Beitragseinnahmen

Die gesamten Bruttobeitragseinnahmen beliefen sich auf 1,33 Milliarden Euro.

Im selbst abgeschlossenen Geschäft betrugen die Beitragseinnahmen der Thuringia Generali Versicherung AG 1,18 Milliarden Euro.

Die Brutto-Beitragseinnahme für das in Rückdeckung übernommene Versicherungsgeschäft ist gegenüber dem Vorjahr um 16,9% auf 147,6 Mio Euro gesunken. Dies liegt vor allem daran, dass die von der Thuringia in Rückdeckung übernommenen SAVAG-Risiken fusionsbedingt nicht mehr im indirekten Geschäft enthalten sind. Mit ein Grund ist auch ein neues Rückversicherungskonzept des AMB Generali Konzerns

Schaden

Die Schadenentwicklung wurde 2002 maßgeblich von den zahlreichen Unwetterschadenereignissen geprägt. Allein die Flutkatastrophe im August und die Sturmereignisse im Herbst führten zu einem Aufwand von rund 34 Mio. Euro.

Insgesamt hatte die Gesellschaft im Jahr 2002 für rund 464.000 Schadenfälle einen Bruttoschadenaufwand von 947,7 Mio. Euro (Vorjahr: 929,1 Mio. Euro). Das bedeutet eine Zunahme von 2,0%, während die Branche insgesamt eine Steigerung von 8,2% zu verzeichnen hatte.

Die Schadenquote - Schadenaufwand in Relation zu den verdienten Beiträgen - über alle Versicherungszweige hinweg ist von 76,4% auf 79,8% gestiegen.

Kosten

Die Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb im direkten Geschäft sind brutto auf 427,6 Mio. Euro gestiegen. Der Kostensatz liegt nach 32,7% im Vorjahr jetzt bei 36,0%. Hauptursache sind die hohen einmaligen Aufwendungen im Zusammenhang mit der Fusion, darunter vor allem die IT-Umstellungskosten und eine erhöhte Rückstellung für den Sozialplan.

Kapitalanlagen

Im Jahr 2002 konnte ein Nettoergebnis aus Kapitalanlagen in Höhe von 171,5 Mio. Euro erzielt werden. Dies führte zu einer Nettoverzinsung von 9,5%.

Der Kapitalanlagen-Bestand belief sich auf 1,85 Mrd. Euro, die Aktienquote ging von 12,1% auf 9,4% zurück.

Die Abschreibungen von insgesamt 40,9 Mio. Euro resultieren vor allem aus dem Kursverfall am Aktienmarkt.

Jahresüberschuss

Der Jahresfehlbetrag nach Steuern lag vor Verlustübernahme bei 166,0 Mio. Euro. Unter Berücksichtigung des fusionsbedingten Verschmelzungsverlustes als außerordentlichem Aufwand von 196,4 Mio. Euro ergäbe sich ein bereinigter Jahresüberschuss von 30,4 Mio. Euro (Vorjahr 30,8 Mio. Euro)

Ergebnisse der Thuringia Generali Lebensversicherung

Neugeschäft

Der Neuzugang in laufenden Jahresbeiträgen ist im Jahr 2002 um 10,3% auf 82,6 Mio. Euro gestiegen. Mit diesem sehr positiven Ergebnis liegt die Gesellschaft deutlich über der Branche (4,3%). Dieser Erfolg ist auf die ausgezeichneten Angebote der SELEKTA- Produktlinie und den durch die Fusion gestärkten Vertrieb zurückzuführen.

Beitragsentwicklung

Die gebuchten laufenden Beiträge stiegen um 5,2% auf 624,3 Mio. Euro (Vorjahr 593,2 Mio. Euro), das Geschäft mit Lebensversicherungen gegen Einmalbeitrag reduzierte sich auf 223,5 Mio. Euro (Vorjahr 274,7 Mio. Euro). Die gesamten gebuchten Beiträge liegen dadurch bedingt mit 847,6 Mio. Euro (Vorjahr 867,5 Mio. Euro) um 2,3% unter dem Vorjahreswert.

Versicherungssumme

Der Versicherungsbestand hat sich in 2002 gegenüber dem Vorjahr um 12,6% auf 37,4 Mrd. Euro Versicherungssumme erhöht. Die Branche insgesamt verzeichnete lediglich einen durchschnittlichen Zuwachs von 4,6%.

Kosten

Die Abschlusskosten sanken im Vergleich zum Vorjahr um 6,5%.

Kapitalanlagen

Der Bestand an Kapitalanlagen stieg in 2002 um 3,1% auf 8,45 Mrd. Euro an. Der Anteil der in Aktien gehaltenen Kapitalanlagen verringerte sich von 8,4% auf 6,4%.

Vor allem wegen der sinkenden Aktienkurse mussten Abschreibungen von 174,8 Mio. Euro vorgenommen werden.

Aus dem Abgang von Kapitalanlagen wurden Gewinne in Höhe von 120,9 Mio. Euro realisiert. Zusammen mit den ordentlichen Erträgen ergab sich ein Nettoergebnis von 398,3 Mio. Euro (Vorjahr 535,7 Mio. Euro), die Nettoverzinsung belief sich damit auf 4,8% (Vorjahr 6,7%). Wegen der positiven Kursentwicklungen am Rentenmarkt konnten die Verluste am Aktienmarkt deutlich abgefedert werden, so dass die Bewertungsreserven auf die gesamten Kapitalanlagen nur moderat von 448,2 Mio. Euro auf 395,0 Mio. Euro absanken.

Die Thuringia Generali Lebensversicherung AG hat die beiden von der Aufsichtsbehörde angeforderten "Stress-Tests" bestanden.

Jahresüberschuss

Der Rohüberschuss inklusive der Direktgutschrift beläuft sich für das Geschäftsjahr 2002 auf 183,3 Mio. Euro (Vorjahr 292,5 Mio. Euro). Die Zuführungsquote zur RfB beträgt 92,2% .

Als Jahresüberschuss verbleiben 14,3 Mio. Euro (Vorjahr 15,3 Mio. Euro).

Ausblick auf 2003

Dr. Kittel: "Die Thuringia Generali Versicherungen zählen mit ihren 2 Mrd. Euro Beitragseinnahmen, ihren über 2,5 Mio. Kunden und einer hochqualifizierten, quantitativ starken und damit kundennahen Vertriebsorganisation jetzt zu den Großen in Deutschland und werden diese gute Marktposition weiter ausbauen."

Die Thuringia Generali Versicherungen sind vornehmlich auf Privatkunden ausgerichtet und Partner der gewerblichen und der mittelständischen Wirtschaft. Das defizitäre Industriegeschäft wird eingestellt. Von weiteren Sanierungsmaßnahmen werden zusätzliche nachhaltige Ertragssteigerungen erwartet.

In der Lebensversicherung liegt der besondere Schwerpunkt in der Altersvorsorge. Zum einen in der betrieblichen Altersversorgung, zum anderen in der von der Thuringia Generali Leben in enger Abstimmung mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisation e.V., BAGSO, auf den Markt gebrachten SELEKTA" 3-D-PflegeVorsorge für den Privatbereich.

Die Thuringia Generali Versicherungen gehen für 2003 von einem deutlich wachsenden Neugeschäft in Leben und von sanierungsbedingt rückläufigen Beitragseinnahmen im Kompositbereich aus. Aufgrund der ambivalenten wirtschaftlichen Situation in Deutschland ist eine zuverlässigere Prognose für das Jahr 2003 jedoch nicht möglich

Die Zahlen des 1. Quartals geben Grund zu Optimismus: Im Neugeschäft konnte in den SUH (Sach, Unfall, Haftpflicht)- Sparten ein Plus von 7,5 % gegenüber dem Vorjahr erreicht werden, die Thuringia Generali Lebensver-sicherung verzeichnete im Neugeschäft beim laufenden Jahresbeitrag eine Zunahme um 23,5%.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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