Wachstum wieder über Branchendurchschnitt

02.04.1998 | Köln
Dividendenerhöhung auf 15,- DM je 50-DM-Aktie und Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln geplant. Wie die Aachener und Münchener Versicherung AG (AMV) im Anschluß an die Aufsichtsratssitzung am 2. April 1998 mitteilte, wird der am 20 Mai 1998 stattfindenden Hauptversammlung vorgeschlagen, eine gegenüber dem Vorjahr um 2,50 DM auf 15,00 DM erhöhte Dividende je 50 DM-Aktie auf das gezeichnete Kapital von 140,37 DM Mio. zu zahlen.

Durch Umwandlung von Kapitalrücklagen (Nennbetragsverhältnis 5 : 1) sowie durch Ausgabe von Belegschaftsaktien war das gezeichnete Kapital in 1997 um 23,5 Mio. DM gestiegen. Infolge der Kapitalerhöhung und der Dividendenanhebung nahm das Ausschüttungsvolumen um über 44 % gegenüber dem Vorjahr zu.

Nach Aussage des Vorstandsvorsitzenden Freiherr von Schorlemer stand der durch mehrere Sondereffekte beeinflußten Verschlech-terung der versicherungstechnischen Rechnung ein nochmals verbessertes Ergebnis aus Kapitalanlagen gegenüber. Obwohl die Schaden- und Unfallversicherer einen Rückgang der Beitrags-einnahmen um 1,5 % zu verzeichnen hatten, konnte die AMV die Brutto-Beitragseinnahmen um 0,5 % auf rund 2 Mrd. DM steigern und damit ihre Marktposition wie im Vorjahr weiter ausbauen. Die Zahl der Versicherungsverträge wuchs um rund 300.000 Stück auf über 5,7 Mio. Verträge. Bemerkenswert war dabei auch ein weiteres deutliches Ansteigen der Vertragsstückzahlen in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Hier erzielte die AMV einen Zuwachs von über 32.000 Verträgen bzw. 3,6 %.

Mit einem Beitragswachstum von 4,9 % konnte die Allgemeine Unfallversicherung den positiven Trend der Vorjahre fortsetzen (Markt + 3,0 %). In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung erzielte die Gesellschaft mit einem Zuwachs um 3,5 % ein ebenfalls deutlich besseres Ergebnis als der Markt (+ 2,8 %). In der mit Abstand größten Schadenversicherungssparte, der Kraftfahrtversicherung, hielt der starke Tarif- und Preiswettbewerb an. Während die AMV lediglich einen Rückgang von 0,8 % zu verzeichnen hatte, gingen die Beitragseinnahmen im Gesamtmarkt um rund 4,7 % zurück.

Der Trend zu sinkenden Schadenstückzahlen , den die AMV in den letzten Jahren wie der Markt verzeichnen konnte, hat sich 1997 nicht weiter fortgesetzt. Hauptursachen waren die Frostperiode zu Beginn des Jahres und die Sturmereignisse. Auch in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung kam es zu einer Zunahme der Schäden. Der Schadenaufwand erhöhte sich insgesamt um 4,9 % auf 1,48 Mrd. DM. Die Schadenquote des gesamten Versicherungsgeschäfts veränderte sich brutto von 68,4 % auf 71,2 %.

Aufgrund der Investitionen in den Ausbau des Außendienstes und durch eine Verschiebung innerhalb des Portefeuilles stieg die Provisionsquote um 1,0 % auf 16,6 %. Der Bruttokostensatz erhöhte sich jedoch nur von 29,7 % auf 30,6 %, da gleichzeitig der Verwaltungskostensatz des selbst abgeschlossenen Versicherungs-geschäfts - trotz investiver Maßnahmen zu weiterer Effizienz-steigerung und eines Stückzahlwachstums der Verträge - um 0,1 % auf 14,0 % zurückging. Hier zeigen sich die Erfolge der umgesetzten Maßnahmen zur Senkung der produktionsunabhängigen Kosten. Die Zahl der angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ging um 2,6 % auf 3.301 zurück.

Das gesamte versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung vor Veränderung der Schwankungs- und ähnlicher Rückstellungen ergab einen Verlust von 124,7 Mio. DM (Vorjahresverlust 30,8 Mio. DM). Den Schwankungsrückstellungen wurden 15,3 Mio. DM (Vorjahr 29,7 Mio. DM) zugeführt.

Sehr erfreulich entwickelte sich die nichtversicherungstechnische Rechnung. Höhere laufende Kapitalerträge und ein erheblich über dem Vorjahr liegendes übriges Ergebnis aus Kapitalanlagen führten zu einem Anstieg des Nettoergebnisses aus Kapitalanlagen von 196,3 Mio. DM im Vorjahr auf nunmehr 295,4 Mio. DM. Dabei wurden aus dem Abgang von Kapitalanlagen Veräußerungsgewinne von rund 171 Mio. DM erzielt. Größte Einzelposition waren dabei die Veräußerungsgewinne aus den Aktienhandelsbeständen. Die Reserven des Kapitalanlagenportefeuilles erhöhten sich gleichzeitig erheblich. Die Nettoverzinsung ergab einen Wert von 10,2 % (Vorjahr 7,4 %).

Die AMV erzielte 1997 einen Jahresüberschuß von 55,0 Mio.DM (Vorjahr 47,3 Mio. DM). Gemäß Beschluß von Vorstand und Aufsichtsrat wurden hieraus 13,0 Mio. DM (Vorjahr 18,0 Mio. DM) den anderen Gewinnrücklagen zugeführt. Der danach verbleibende Bilanzgewinn betrug 42,1 Mio. DM (Vorjahr 29,3 Mio. DM). Sofern die Hauptversammlung dem Gewinnverwendungsvorschlag folgt, soll dieser zur Zahlung einer gegenüber dem Vorjahr um 2,50 DM auf 15,00 DM erhöhten Dividende je 50 DM-Aktie verwendet werden.

Vorrangiges Ziel der AMV für 1998 ist die konsequente Fortführung der Produktoffensive im privaten und gewerblichen Geschäft, um ein kontinuierliches Wachstum in einem deutlich verschärften Wettbewerbsumfeld zu erreichen und die Kunden-bindung weiter festigen zu können. Auch 1998 sollen die Aktionäre an der Ergebnisentwicklung der Gesellschaft durch eine attraktive Dividende partizipieren. Ebenso wird die innere Stärkung der Gesellschaft durch eine entsprechende Rücklagendotierung fortgesetzt.

Die Differenz zwischen den Zeitwerten und den Buchwerten der zu "Anschaffungswerten ausgewiesenen Kapitalanlagen" betrug Ende 1997 ca. 1,3 Mrd. DM. Im einzelnen entfielen von der Gesamt-summe auf Grundvermögen 388 Mio. DM, auf Dividendenwerte (Aktien, Beteiligungen und Investmentfonds) 910 Mio. DM und auf festverzinsliche Wertpapiere rund 45 Mio. DM. Bezogen auf die gesamten Kapitalanlagen ergibt sich damit eine Reservequote bei den Kapitalanlagen von rund 44 %. Im Durchschnitt der letzten Jahre lag dieser Wert bei geschätzten ca. 30 %.

Der Hauptversammlung am 20. Mai 1998 wird vorgeschlagen, das derzeitige gezeichnete Kapital der Gesellschaft im Nenn-betragsverhältnis 5 : 1 von 140,37 Mio. DM um 28,07 DM auf 168,44 Mio. DM durch Umwandlung von im Jahresabschluß 1997 ausgewiesenen Kapitalrücklagen in gezeichnetes Kapital zu erhöhen. Die Aktien sollen erstmals für das Geschäftsjahr 1998 gewinn-anteilsberechtigt sein.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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