Balda Aktie: Infos für Anleger

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Die Balda Aktie ist seit langen Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Börse. Die Aktie konnte in den vergangenen Jahren dabei immer wieder mit guten Ergebnissen überzeugen. Nun gibt es Neuigkeiten aus dem Hause Balda. Das Unternehmen hat seinen Namen zur Clere AG geändert und auch sonst steht so einiges auf dem Programm.

Clere im Kurzprofil

Die Clere AG ist darauf konzentriert, im Bereich der Umwelt- und Energietechnik Investitionen zu tätigen. Darüber hinaus tätigt das Unternehmen Investitionen in Mittelstandsbeteiligungen und Mittelstandsfinanzierungen. Auch der Bereich der Vermögensverwaltung ist relevant. Die Hauptversammlung entschied im Januar 2016, dass die operativen Einheiten der damaligen Balda-Gruppe an die Stevanto-Gruppe aus Italien verkauft werden. Die übrig gebliebenen Holdings wurden nach einer Namensänderung zur Clere AG.

Aktionärstruktur

  • Yield Return Investments 27,60 %
  • Octavian Advisors 5,22 %
  • Brookdale International Partners 5,10 %
  • Senrigan Capital Group Ltd. 5,09 %

Balda: Das neue Geschäftsmodell von Clere

Balda ist ein ehemaliger Kunststoffhersteller. Das Unternehmen hat sich nun aber auf einen neuen Geschäftszweig verlegt. Mit der Umbenennung in die Clere AG soll die Zukunft im Bereich von erneuerbaren Energien und der Umwelttechnik liegen.

Clere möchte spezifische Projekte identifizieren und in diese investieren. Die Projekte sollen sich vor allem auf eine regenerative Energieerzeugung konzentrieren. Neben der Investition in Fremdprojekte sollen solche Anlagen auch in Eigenregie betrieben und aufgebaut werden.

Und diesen ambitionierten Plan umzusetzen, arbeitet das Unternehmen mit renommierten Projektentwicklern der Branche zusammen. Außerdem ist Clere bereist während der Planungs- und Bauphase in Entscheidungen involviert.

Investitionen sind auf einer globalen Skala geplant. Der Fokus wird vor allem auf Regionen gelegt, die sowohl eine politische Stabilität vorweisen, als auch alle relevanten gesetzlichen Rahmenbedingungen. Denn langfristige Renditen können nur dann erzielt werden, wenn die Energie- und Umweltpolitik der Region zuträglich ist.

Investitionen sind auf einer globalen Skala geplant. Der Fokus wird vor allem auf Regionen gelegt, die sowohl eine politische Stabilität vorweisen. (#01)

Investitionen sind auf einer globalen Skala geplant. Der Fokus wird vor allem auf Regionen gelegt, die sowohl eine politische Stabilität vorweisen. (#01)

Wie aus Balda Clere wurde

Der ehemalige Kunststoffproduzent Balda hat die Entscheidung, in die Clere AG umzuwandeln, natürlich nicht über Nacht getroffen. Der Umstellung ging ein recht langwieriger Prozess voraus. Dieser war alles andere als Gradlinig. Immer wieder kam es zu Überraschungen und der Börsenmarkt betrachtete die Entwicklungen gespannt. Nach monatelangen Verhandlungen konnte sich die italienische Stevanato-Gruppe als Verhandlungsgewinner vortun. Nach Abschluss der monatelangen Berg- und Talfahrt war Balda nur noch eine Idee der Vergangenheit. Lediglich die Hülle des Unternehmens überlebte den Namenswechsel. Versüßt wurde dies von einer Bargeldeinlage von über 200 Millionen Euro.

Das damalige Management trat selbstbewusst auf und verkündete die neue Vision für das Unternehmen.

Erneuerbare Energie heißt das Zauberwort seither.(#02)

Erneuerbare Energie heißt das Zauberwort seither.(#02)

Rechtliche Umformung gesichert

Zumindest auf dem Papier sind alle wichtigen Schritte getan, die aus Balda nun Clere machen. Neben der offiziellen Namensänderung ist Clere nun als eine Finanzholding-Firma eingetragen, die sich auf die Investition in Clentech-Unternehmen und Ököstrom-Anlagen fokussiert. Diese rechtliche Definition legt die wichtige Grundlage, um erwirtschaftete Renditen in ein erwünschtes Firmenkapital umzuwandeln.
Nun stellt sich aber für bestehende Aktionäre und interessierte Anleger die Frage: Was nun? Die Antwort darauf lässt aktuell noch auf sich warten, was für viel Unmut sorgt.

Viele Gerüchte aber wenige Fakten

Die Clere AG begann ihre Reise in die neu definierte Firmenzukunft mit einem Grundkapital von 200 Millionen Euro. Kapital, das nach eigener Aussage für die Investition in Projekte aus dem genannten Sektor finanzieren soll. Bisher kam es allerdings zu wenig Bewegung. Es wurden rund 20 Millionen Euro investiert. Darüber hinaus tätigte das Unternehmen die Auszahlung von Dividenden.

Die bisherigen Investitionen wurden leider nicht dazu aufgewendet, um das versprochene Portfolio aus Ököstrom-Aktien aufzubauen. Die 20 Millionen Euro stecken in Schuldverschreibungen auf Solaranlagen. Es ist davon auszugehen, dass diese Investition schwarze Zahlen schreiben wird, allerdings lediglich ein paar Prozent. Hohe Renditen sind hier nicht zu erwarten.

Die Medien nennen Clere immer wieder im Zusammenhang mit möglichen Projekten. Unter anderem wurde das Windpark-Portfolio von PNE-Wind an mehreren Stellen genannt. Im Bereich des Cleantech-Sektors ist dieses Projekt momentan in aller Munde.

Das Projekt wird auf einen Gesamtwert von bis zu 350 Millionen Euro geschätzt. Was das vorhandene Investitionskapital von Clere natürlich voll ausschöpfen würde. Um den Deal umzusetzen, wären mehrere Kreditlinien notwendig. Aber aktuell sind es nicht mehr als nur Gerüchte, die sich um diesen Deal drehen. Clere hält sich mit Aussagen, zu dieser Investition und zu anderen Möglichkeiten, zurück.

Im Bereich des Cleantech-Sektors ist das Projekt Windpark -Portfolio von PNE-Wind momentan in aller Munde.(#03)

Im Bereich des Cleantech-Sektors ist das Projekt Windpark -Portfolio von PNE-Wind momentan in aller Munde.(#03)

Die Anleger werden unruhig

Aktuell kann die Aktie nicht unbedingt mit Bestleistungen überzeugen. Dies liegt vor allem daran, dass das Unternehmen bisher noch keinen guten Verwendungszweck für das Investitionskapital gefunden hat. Das Geld ist ungenutzt als Firmenkapital vorhanden, ohne dabei die gewünschten Renditen zu erwirtschaften. Das Unternehmen ist an der Börse knapp 110 Millionen Euro Wert.

Das Unternehmenskapital liegt bei rund 144 Millionen Euro. Ein umfassender Finanzbericht des Recherchehauses First Berlin gibt an, dass neben dem Bargeld auch Sachwerte in der Höhe von 44 Millionen Euro vorliegen. Die Schulden betragen derzeit rund 72 Millionen Euro. Zusammengefasst bedeutet dies, dass der Börsenwert von Clere nahezu ein Viertel unter dem Investitionskapital liegt, das zur Verfügung steht.

Diese Tatsache sorgt für Unruhe unter den Aktionären. Wird das Kapital nicht investiert, sieht es für die Renditen nicht vielversprechend aus. Immer mehr Anleger sind bereit, die Aktien abzustoßen. Das Interesse ist ebenfalls entsprechend zurückhaltend.

Thomas van Aubel und Thomas Krupke: Clere AG

An der Spitze der Clere AG stehen Thomas Aubel und Thomas Krupke. Beide haben Erfahrungen im Bereich von Ökostrom-Anlagen. Leider konnten sich beide in der Vergangenheit nicht mit Bestleistungen behaupten. Thomas Krupke nahm von 2006 bis 2010 die Position vom CEO im Unternehmen Solon ein.

Das Berliner Unternehmen wurde durch ihn übernommen, kurz nachdem die Verabschiedung des erneuerbaren Energie-Gesetztes für einen enormen Aufschwung am Solar-Markt sorgte. Innerhalb weniger Jahre musste sich Solon allerdings gegen die Konkurrenz aus Asien geschlagen geben. Im Jahr 2012 meldete Solon offiziell Insolvenz an. Dieser Sturz vom ehemaligen Solar-Riesen hat Aktionären hohe Verluste eingebracht.

Thomas van Aubel hält 32,5 % der Clere-Anteile. Dies hat ihn zu einer zentralen Figur während der Verhandlungen mit der italienischen Übernahmegruppe gemacht. Auch der Richtungswechsel zur grünen Energie wurde maßgeblich durch ihn beeinflusst.

Auch Aubel hat bereits Erfahrungen in diesem Feld gesammelt und zwar mit einem ähnlichen Verlauf wie sein Kollege Krupke. Als Mitbegründer des Solarzellenherstellers Q-Cells führte er bis 2009 den Aufsichtsrat des Unternehmens. Q-Cells musst im Jahr 2012 Insolvenz anmelden.

Auch der Richtungswechsel zur grünen Energie wurde maßgeblich durch Thomas van Aubel beeinflusst.(#04)

Auch der Richtungswechsel zur grünen Energie wurde maßgeblich durch Thomas van Aubel beeinflusst.(#04)

Fazit: Clere AG muss einen Entscheidungswillen zeigen

Die Zeit der Neuorientierung ist für die Clere AG vorüber. Anleger erwarten Entscheidungen und Resultate. Die generelle Markttendenz geht ohne Frage in Richtung der erneuerbaren Energien. Das Interesse und der Investitionswillen von Anlegern sind daher groß.
Der Bereich der grünen Energie hat für Anleger eine Vielzahl von Optionen zu bieten:

  • Wasserfonds
  • Ökostrom
  • Windkraft
  • Solaranlagen

Ein gutes Anlegerportfolio ist divers und kann schnell auf aktuelle Entwicklungen angepasst werden. Wenn die Clere AG ihr Karten richtig ausspielt, kann die Aktie ein wichtiger Bestandteil für zukunftsorientierte Portfolios werden.


Bildnachweis:©Shutterstock – Titelbild:PhotographyByMK – #01:Spectral-Design – #02:Vaclav Volrab  – #03:Eduards Normaals – #04:Krizek Vaclav



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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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