Ökogas-Tarife: Wie wirtschaftlich sind sie?

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Ökogas ist oft eine umweltbewusste Entscheidung. Kann man damit auch sparen?

Wissenswertes zu den aktuellen Ökogas-Tarifen

Mit dem richtigen Gastarif lässt sich viel Geld sparen, das sich gewinnbringend anlegen lässt. Nicht nur für die Sparfüchse ist die Suche nach einem günstigen Ökogas-Tarif sinnvoll. Mit der Entscheidung für das umweltbewusste Gas setzt man auch auf ein verstärktes Umweltbewusstsein. Wie wirtschaftlich und „grün“ das Ökogas tatsächlich ist, stellt man bei einem genauen Blick auf den Versorger fest.

Im Vordergrund steht dabei die verbesserte Nachhaltigkeit. Energieeffizienz bedeutet hier vor allem die umweltschonende Nutzung von nachwachsenden Ressourcen. Inzwischen hat die Wirtschaft das Potenzial der ökonomischen Energieträger erkannt. Von den kleinen und mittleren bis zu den großen Unternehmen unterschreiben immer mehr Verantwortliche den Vertrag eines Ökostrom-Anbieters.

Damit profitiert man einerseits von einer deutlichen Einsparung und präsentiert sich andererseits als verantwortungsvoller Energiekunde. Das Ökogas ist also einerseits für die privaten Verbraucher eine gute Lösung und bietet andererseits den gewerblichen Betrieben viele Vorteile.

Video: Gasanbieter: Sparen durch Vergleichen

Ein Tarifvergleich läutet die Veränderung ein

Das Energiesparpotenzial ist oft das erste Argument, das einen dazu bringt, die Tarife der Gasanbieter zu vergleichen. Tatsächlich gibt es zum Teil erhebliche Preisunterschiede. Zudem ist es für Privatpersonen und für Unternehmer interessant, die nachhaltige Energie genauer kennenzulernen. Wer hier einen Beitrag leisten möchte, der kann oft sogar noch sparen. Im Vergleich zu der Grundversorgung bezahlt man bei Verträgen mit Biostrom und Biogas bis zu 30 % weniger.

Beim Ökostrom kommt die Energie von der Sonne, aus dem Wind, aus Biomasse und Wasser. Beim Ökogas sind neben den Tarifstrukturen andere Aspekte zu berücksichtigen. Vor allem sollten die Kunden darauf achten, wie das Angebot genau aufgestellt ist.

  • Einige Gasversorger arbeiten mit Emissionszertifikaten, die eine Neutralisierung des CO2-Ausstoßes unterstützen sollen.
  • Das echte Bio- oder Ökogas wird durch Vergärung von regenerativen Rohstoffen erzeugt.

Wie wird das Gas grün?

Das Sparen mit Ökogas ist für die Verbraucher grundsätzlich eine gute Sache. Doch handelt es sich tatsächlich um Ökogas? Leider ist das bei einigen Gastarifen nicht unbedingt sichergestellt, daher kann man sich nicht automatisch mit einem grünen Gewissen brüsten. In der Realität stehen nur sehr wenige echte Ökogastarife zur Verfügung, bei denen die Gasversorgung aus erneuerbaren, natürlichen Quellen stammt.

Häufig ist die regenerative Quelle vom Ökogas nur für 5 bis 10 % der Gasmenge nachzuweisen. Die weiteren Quellen können beispielsweise aus einer Chemieanlage kommen oder sogar von der Massentierhaltung.

Bei anderen Ökogasverträgen spricht man vom Klimatarif. Hierbei handelt es sich üblicherweise um die reguläre Gasversorgung, bei welcher der CO2-Ausstoß jedoch durch bestimmte Maßnahmen neutralisiert wird. Bei diesen Maßnahmen kann es sich beispielsweise um Aufforstung oder um die verbesserte Infrastruktur im Zusammenhang mit der Nutzung erneuerbarer Energiequellen handeln. Den entsprechenden Nachweis für diese Neutralisierungsmaßnahmen erhält man durch das Qualitätszertifikat des Gastarifs.

Video: Wie wird Biogas hergestellt?

Welche Merkmale kennzeichnen das echte Ökogas?

Bei einem Blick auf die Tarife der Gasversorger ist oft nicht auf den ersten Blick zu erkennen, ob Maßnahmen zum Ausgleich des CO2-Ausstoßes stattfinden. Doch die meisten Gasanbieter halten sich an die internationalen Standardisierungen und greifen zu den bekannten Prüfsiegeln, um ihre Tarife zu bewerben. Die geltenden Standards geben den Kunden die Sicherheit, dass die verschiedenen Angebote für Ökogas einer unabhängigen Prüfung unterzogen wurden.

Es gibt verschiedene Zertifikate, die eine zuverlässige Erkennung ermöglichen:

  • TÜV Nord und TÜV Süd sind in Deutschland sehr verbreitet,
  • Clean Development Mechanism and Joint Implementation stammt aus dem Kyoto-Protokoll,
  • Verified Carbon Standard (WWF),
  • Gold Standard (ebenfalls WWF).

Neben diesen Siegeln lohnt sich ein Blick auf das nachhaltige Verhalten des Gasanbieters. Wenn keine Angaben zum CO2-Ausgleich zu finden sind, sollte man vorsichtig sein und gegebenenfalls nachfragen, um die Hintergründe zu erforschen. Ohne eine konkrete Antwort auf diese Frage kann man davon ausgehen, dass die gewünschte Nachhaltigkeit nicht gegeben ist. Hier ist das Wort Öko womöglich eine Vorspiegelung falscher Tatsachen.

Die Ökogastarife zeigen, dass Umweltbewusstsein nicht viel Geld kosten muss. Gerade beim Wechsel von der verhältnismäßig teuren Grundversorgung zum Ökogas kann man einige Euros sparen. (#02)

Die Ökogastarife zeigen, dass Umweltbewusstsein nicht viel Geld kosten muss. Gerade beim Wechsel von der verhältnismäßig teuren Grundversorgung zum Ökogas kann man einige Euros sparen. (#02)

Wie viel kostet die umweltbewusste Gasversorgung?

Die Ökogastarife zeigen, dass Umweltbewusstsein nicht viel Geld kosten muss. Gerade beim Wechsel von der verhältnismäßig teuren Grundversorgung zum Ökogas kann man einige Euros sparen. Der Online-Vergleichsrechner liefert einen Überblick zu den diversen Gastarifen der Öko-Anbieter.

Ein solcher Vergleich der Gasanbieter macht es möglich, gezielt nach einem Ökotarif zu suchen. Um ausschließlich die Klima- und Biogastarife zu sehen, muss man nur das richtige Häkchen setzen. Bei der Auflistung der infrage kommenden Tarife für die jeweilige Region erfährt man genauere Details zum Biogasanteil und zum Tarif.

Möglicherweise liegen die Preise für Ökogas etwas über den Verbrauchskosten für normales Gas. Doch die Zukunft der Umwelt sollte den Gaskunden diesen geringen Aufpreis wert sein.

Die wirtschaftlichen Zusammenhänge

Wer sich für die wirtschaftlichen Hintergründe im Zusammenhang mit Ökogas interessiert, der kann eine bestimmte Entwicklung auf dem Markt beobachten. Das ist unter anderem für Investoren interessant. Das individuelle Sparpotenzial beim Ökogastarif ist nicht der einzige Faktor, der hier eine Rolle spielt Hinzu kommen Preissteigerungen bei den Nahrungsmitteln, die durch die Nutzung von Biogas entstehen. Das hängt damit zusammen, dass viele Agrarbetriebe mit Biogasanlage ihre Ackerkultur umstellen. Rund 80 % Mais landet in diesen Anlagen, denn die Abfälle alleine reichen für den Betrieb der Anlage nicht aus.

Weitere Folgen sind:

  • Der Boden wird einseitig bebaut,
  • die Ackerfläche für andere Nahrungsmittel verkleinert sich,
  • Energiepflanzen werden stärker nachgefragt,
  • die Preise für Lebensmittel steigen.
Diejenigen, die nicht nur vordergründig ein grünes Gewissen haben, sollten das Ökosiegel des Gasanbieters etwas genauer prüfen. (#01)

Diejenigen, die nicht nur vordergründig ein grünes Gewissen haben, sollten das Ökosiegel des Gasanbieters etwas genauer prüfen. (#01)

Wirtschaftswissenschaftliche Details zu Ökogas

Der Grundgedanke beim Biogas besteht darin, die Umwelt zu schützen. Allerdings sollten sich die Betreiber der Anlagen und auch die politischen Entscheider bewusst machen, dass gewisse Grenzen nötig sind, um eine gesunde Biodiversität sicherzustellen. Darum ist es so wichtig, die Schutzkonzepte und die Maßnahmen zur Erhaltung der Natur zu fördern. In diesem Zusammenhang muss eine gezielte Analyse stattfinden, die schließlich durch die Prüfzertifikate der Ökogasanbieter belegt wird.

In Deutschland und in der gesamten EU spielen die ökonomischen und ökologischen Aspekte der Biodiversität eine immer wichtigere Rolle. Auf der Basis der ermittelten Fakten sollen die bisherigen Entscheidungen überdacht werden. Dau gehört auch die verbesserte Planung der Biogas-Erzeugung, unter Berücksichtigung der schützenswerten Umwelt und der gesellschaftlichen Prioritäten.

Günstiges Ökogas ist somit einerseits eine gute Sache, andererseits sollte man sich Gedanken über die Begleiterscheinungen machen. Hier geht es um die genaue Prüfung der Anbieter und über die Auswirkungen der wirtschaftlichen und politischen Entscheidungen.

Für die meisten Verbraucher steht der faire Tarif im Vordergrund, wenn der Gaspreisrechner zum Einsatz kommt. Man gibt einfach seine Postleitzahl ein und den üblichen Gasverbrauch, um den geeigneten Ökogastarif zu finden. (#03)

Für die meisten Verbraucher steht der faire Tarif im Vordergrund, wenn der Gaspreisrechner zum Einsatz kommt. Man gibt einfach seine Postleitzahl ein und den üblichen Gasverbrauch, um den geeigneten Ökogastarif zu finden. (#03)

Ökogas: Was Verbraucher wissen müssen

Für die meisten Verbraucher steht der faire Tarif im Vordergrund, wenn der Gaspreisrechner zum Einsatz kommt. Man gibt einfach seine Postleitzahl ein und den üblichen Gasverbrauch, um den geeigneten Ökogastarif zu finden. Wer einfach nur günstig Gas beziehen möchte, der trifft nun seine Entscheidung und wechselt zum besonders preiswerten Anbieter. Dieser Wechsel lässt sich ganz unkompliziert durchführen.

Diejenigen, die nicht nur vordergründig ein grünes Gewissen haben, sollten das Ökosiegel des Gasanbieters etwas genauer prüfen. Bei der Online-Recherche zu dem Unternehmen erfährt man weitere Details, die sich beispielsweise auf die ausgleichenden Maßnahmen beziehen. So lässt sich feststellen, ob der Ökogasanbieter tatsächlich etwas gegen die gefährdete Biodiversität unternimmt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: artemysform  -#01: Prasit Rodphan -#02: yevgeniy11 -#03: Auspicious

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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