Viscom Aktie: Trends bei Oberflächeninspektions-Systemen

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Die Viscom-Aktie lag zum Halbjahr im Real-Depot über 35 Prozent im Plus. Zuvor wurden Umsatzprognosen nach oben korrigiert. Warum profitieren Firmen wie Viscom so stark von der Elektrifizierung und wo liegen die Trends?

Viscom Aktie: Im Juli über 35 Prozent im Plus

Damit hätten wohl auch die optimistischsten Viscom-Aktionäre nicht gerechnet: Nach einem umsatzstarken ersten Halbjahr 2017, hob der Vorstand der Viscom AG im Juli die Ergebnis- und Umsatzprognosen für das laufende Jahr weiter an. Daraufhin schoss die Aktie des Prüftechnik-Spezialisten in die Höhe. Das berichtete u.a. das Börsenmagazin „Der Aktionär“ in seinen News vom 20.07. Im Real-Depot lag die Aktie über 35 Prozent im Plus.

Das erste Quartal übertraf bereits die Erwartungen, das Zweite war dann – u.a. beim Auftragseingang, dem Umsatz und Auftragsbestand – noch stärker. Dies hatte positive Auswirkungen auf den Kurs der Aktie. Der Viscom-Vorstand erwartete laut „Aktionär“ Umsatzerlöse von 87 und 92 Millionen Euro (zuvor: 80 und 85 Millionen Euro). Insgesamt ging man für 2017 bereits von einem das Gewinn von einem Euro je Aktie aus. Das Börsenmagazin bewertete Viscom als einen der Top-Aufsteiger aller E-Mobil-Profiteure.

Die Verantwortlichen bewiesen damit, dass ihr strategischer Kurs der richtige war. Weitere positive Kurs-Entwicklungen sind durchaus realistisch. Auch weil sich der Experte für optische Inspektionssysteme, in einem Wachstumsmarkt aktiv ist.

Die Viscom Aktie schießt in die Höhe und Börsenmagazine bewerten Viscom als einen der Top-Aufsteiger aller E-Mobil-Profiteure. (#1)

Die Viscom Aktie schießt in die Höhe und Börsenmagazine bewerten Viscom als einen der Top-Aufsteiger aller E-Mobil-Profiteure. (#1)

Aktie legt im August 7,6 Prozent zu

Grund zur Freude hatten die Anleger auch nach einem Bericht auf www.boerse.de am 01. August dieses Jahres. Er beinhaltete News, die aktuelle Lage und weitere Prognosen zur Aktie. Danach stieg der Kurs der Unternehmens-Aktie um 7,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. Mit einem Wert von 23.875 wurde ein neues Allzeit-Hoch erreicht. Bis zum August des laufenden Geschäftsjahres, erreichten laut Bericht 111 Aktien im CDAX ein neues Allzeit-Hoch. Das entspricht einer Quote von 26 Prozent.

Legt man die Zehn-Jahres-Betrachtung zugrunde, wies die Aktie einen deutlichen Kursaufschlag von im Schnitt 10,6 Prozent im Jahr, auf. Eine Kapitalanlage in Höhe von 10.000 Euro hätte sich demzufolge auf 27.326 Euro erhöht.

Viscom: AOI-Spezialist

Viscom zählt zu den erfolgreichsten Herstellern von Prüftechnik, besonders für die Segmente automatische optische Inspektion (AOI) und Röntgenprüfung. Zur Anwendung kommen Viscom-Produkte u.a. in der Luft- und Raumfahrttechnik und der Automobilindustrie. Viscom gehört zu jenen Firmen, die innerhalb der Automobilbranche ungemein stark von den Trends „E-Mobilität“ und „autonomes Fahren“, profitieren. Laut „Aktionär“ gehören von den zehn größten Zulieferern der Automobilelektrik, acht zu den Kunden des 1984 gegründeten Unternehmens.

Dies schlägt sich in den Auftragsbüchern nieder: Der Wert des Auftragseingangs nach den ersten drei Monaten 2017 lag bei 20,2 Millionen Euro. Ein Anstieg von über 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Auftragsbestand im gleichen Zeitraum wurde mit 18,7 Millionen Euro angegeben, ein Zuwachs von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Nach weiteren Zuwächsen im folgenden Quartal, erreichte die Viscom-Aktie das erwähnte, über 35-prozentige Plus im Real Depot. Gerade für spekulativ orientierte Anleger interessant, denn: Beim Real-Depot stehen kurz- und mittelfristige Investitionen in aussichtsreiche Aktien, im Zentrum. Besonderes im Blickfeld: Die Trading-Chancen aus chart-technischer Sicht. Die (Bewertungs-) Grundlagen bilden u.a. ein positiver News-Flow.

Viscom profitiert stark vom Trend und dem Wunsch nach „autonomem Fahren“. (#2)

Viscom profitiert stark vom Trend und dem Wunsch nach „autonomem Fahren“. (#2)

Viscom: Aktien der AOI-Unternehmen im Aufwind

Schon bevor der Viscom-Vorstand die erwarteten Zahlen für das laufende Geschäftsjahr weiter nach oben korrigierte, rechnete „Der Aktionär“ mit einem Gewinn je Aktie von 0,90 Euro. Die Grundlage hierfür bildete der erwartete Umsatz zwischen 80 und 85 Millionen Euro, den der Viscom-Vorstand einige Wochen zuvor, im Mai, prognostizierte. Man sei zuversichtlich, „durch eine nachhaltige und marktorientierte Geschäftspolitik sowie das große persönliche Engagement der Mitarbeiter“ die gesteckten Ziele für 2017 zu erreichen. Hieß es aus dem Vorstand.

Das Hannoveraner Unternehmen ist nicht der einzige Marktteilnehmer innerhalb einer einträglichen Branche, die – mehr denn je – als zukunfts-und wegweisend angesehen wird. Und deren Wachstum auch an die Bedeutung von E-Mobilität gekoppelt ist. „E-Mobility“ gilt als Energiekonzept der Zukunft, das den Markt gehörig aufmischt. So verwundert es nicht, dass auch die Aktien von Unternehmen wie Basler oder ISRA Vision, zuletzt enorme Kurs-Zuwächse verzeichnen konnten. Dank des zunehmenden Interesses der Kunden für deren Produkte und Dienstleistungen. Tendenz weiter steigend.

Viscom Aktie: Gründe für den Kurs-Anstieg

Die steigende Automatisierung und die hohe Qualität in der Industrie – zwei der wichtigsten Gründe, wieso die Umsätze der Oberflächeninspektions-Experten steigen und steigen. Nicht zuletzt auch deswegen, da der Anteile elektronischer Baugruppen in PKWs weiter wächst. Stichwort: Elektrifizierung. Gerade im Zuge des Megatrends E-Mobilität spielen elektronische Anwendungen in Fahrzeugen eine herausragende Rolle: von der Motorsteuerung übers Antiblockiersystem und den Airbag bis hin zu den Fahrassistenzsystemen.

Grund zur Freude hatten die Aktionäre und Viscom Anleger bereits bei den Prognosen Anfang des Jahres. (#3)

Grund zur Freude hatten die Aktionäre und Viscom Anleger bereits bei den Prognosen Anfang des Jahres. (#3)

Bevor diese elektronischen Systeme und Komponenten verbaut werden, müssen sie – wie alle anderen Teil auch – überprüft werden. Und genau an dieser Stelle kommen Unternehmen wie Viscom ins Spiel. Die Firma fertigt und vertreibt Inspektionssysteme für Bereiche, in denen eine vollautomatische Inspektion von elektronischen Baugruppen benötigt wird. Das Ziel: Qualitätssicherung und Automatisierungstechnik auf hohem Niveau zusammenzubringen. Das Produktportfolio des Unternehmens umfasst dabei sämtliche Lösungen zur optischen Inspektion und Röntgenprüfung.

Autobauer stecken Milliarden in Elektrifizierung

Mehr und mehr (auch DAX-notierte) Autobauer setzen auf den vollelektrischen Antrieb – und investieren gewaltige Summen in die Elektrifizierung ihrer Modelle. Nutznießer sind aufgrund dieser Entwicklung gerade Prüftechnik-Firmen wie Viscom. Golem.de berichtete im September, dass allein der deutsche Autobauer VW künftig 70 Milliarden Euro in Elektromobilität investieren will. Genauer: In die Entwicklung von Elektroautos sowie die Batterieproduktion. Bis 2025 soll es sich bei jedem vierten Auto, das vom Band rollt, um ein vollelektronisches Fahrzeug handeln.

VW rechnet damit, dass im Jahr 2025 der Batteriebedarf auf 150 Gigawattstunden (GWh) ansteigen wird. Das würde für drei Millionen PKWs mit einer Akkukapazität von 50 KWh ausreichen. Schon vor ziemlich genau vier Jahren, im September 2013, verwies die Tageszeitung „Die Welt“ in ihrer Online-Ausgabe darauf, dass künftig jeder zweite Euro in der Autoproduktion für die Elektronik ausgegeben werde. Dabei berief sich die Zeitung auf eine Studie der Unternehmensberatung PwC. Der Anteil elektronischer Systeme und Bauteile an den gesamten Herstellungskosten lag 2013 bei 30 Prozent, aktuell bei 35 Prozent. Schon bis zum Jahr 2030 wird der Anteil 50 Prozent betragen.

Ein weiterer Trend in der Automobilindustrie ist die „E-Mobilität“ und auch hier kann Viscom mit seinem Angebot punkten. (#4)

Ein weiterer Trend in der Automobilindustrie ist die „E-Mobilität“ und auch hier kann Viscom mit seinem Angebot punkten. (#4)

AOI: Wichtig für Qualitätssicherung

Die Entwicklungen im Bereich der Elektronikproduktion schritten in den letzten Jahrzehnten immer rasanter und unaufhaltsamer voran. So sehr, dass das menschliche Auge schon längst nicht mehr in der Lage ist, für eine verlässliche Qualitätskontrolle zu sorgen. Die Designs der Leiterplatten werden zunehmend komplizierter, die einzelnen Komponenten immer kleiner. Daher braucht es die AOI.

Bei der AOI, dem wichtigsten Geschäftsfeld von Viscom, handelt es sich um eine der bedeutendsten, da wirksamsten Möglichkeiten und Methoden zur Qualitätssicherung. Hintergrund ist, dass bei der (maschinellen oder manuellen) Bestückung Bauteile z.B. fehlen oder verdreht sein können. Beim Löten der Teile kann es zudem passieren, dass Einzelteile „verschwimmen“, was wiederum einen Kurzschluss durch Lotbrücken auslösen kann. Auch Farb- und Positionsfehler sind keine Seltenheit.

Unterschiedliche Arten von Anlagen

Die oben beschriebenen Fehler lassen sich mit Hilfe der AOI zuverlässig ausmachen und schnell beheben. Bei ihr wird – durch Bildverarbeitung – jedes einzelne, produzierte Element gesondert digital fotografiert. Anschließend erfolgt der Vergleich mit einer perfekten und fehlerfreien Referenzbaugruppe. Liegt ein Fehler an der Leiterplatte, also dem Träger der elektronischen Bauteile, vor, erkennt die Anlage dies umgehend und sondert die Platte aus.

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von AOI-Anlagen und Verfahren, die zum Einsatz kommen. Darunter: Die 3D- und 2D-Inspektion, aber z.B. auch der Funktionstest und die Geräteprüfung. Bei Viscom liegt ein Schwerpunkt der Inspektionsansätze in der 3D-Inspektion, die bei besonders kleinen Schaltungen zum Einsatz kommt.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: Suwin, -#1 HelloRF Zcoo, -#2 chombosan, -#3 RossHelen, -#4 PP77LSK



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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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