Infolge einer beispiellosen Niedrigpreisschwemme aus Importen stellt thyssenkrupp Steel die Produktion von kornorientiertem Elektroband in Gelsenkirchen und Isbergues zwischen Juni und September vorübergehend ein. Diese Entscheidung offenbart den dringenden Bedarf an effektiven Handelsschutzmaßnahmen seitens der EU-Kommission für besonders hochwertige Top Grades in der elektrischen Wertschöpfungskette. Nur dadurch lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten, strategische Versorgungssicherheit für Stromnetze in Deutschland und Frankreich erreichen und 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze sichern und schützen.
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tkES stoppt Juni bis September Produktion wegen extremer Niedrigpreis-Importüberschwemmung
Zum Jahreswechsel reduzierte thyssenkrupp Electrical Steel (tkES) die Produktionskapazitäten in Gelsenkirchen und Isbergues. Ab Januar betrieb das Unternehmen die Anlage in Isbergues nur mit fünfzig Prozent Auslastung. Aufgrund einer außergewöhnlichen Importflut zu Unterbietungspreisen, die weit unter den europäischen Herstellungskosten liegen, bleibt der Standort von Juni bis September vollständig inaktiv. Dieser befristete Produktionsstopp soll finanzielle Stabilität sichern und der weiteren Marktverzerrung durch Dumpingimporte entgegenwirken. Dringend weitere Maßnahmen zur Kostenanpassung werden geplant.
Di Martino fordert wirksame Safeguards und befürwortet französische Standortstilllegung
Angelo Di Martino, CEO von thyssenkrupp Electrical Steel, begründet die vorübergehende Schließung des französischen Werks mit einer existenziellen Bedrohung durch massive Niedrigpreisschwemme. Er betont, dass ohne diese Maßnahme die wirtschaftliche Stabilität des Unternehmens gefährdet sei. Di Martino fordert deshalb dringende EU-Safeguards, um unfaire Wettbewerbsbedingungen auszugleichen, den europäischen Markt zu schützen und die Zukunft von 1.200 qualifizierten Arbeitsplätzen in Gelsenkirchen und Isbergues nachhaltig zu sichern. Er mahnt gleichzeitig technologische Investitionen an.
Importvolumen kornorientiertes Elektroband seit 2022 rasant gestiegen belastet Markt
Der europäische Markt für kornorientiertes Elektroband befindet sich wegen massiv gestiegener Niedrigpreisimporte unter erheblichem Druck. Seit 2022 haben sich die Importmengen verdreifacht, gefolgt von einem weiteren Anstieg um 50 Prozent im Jahr 2025. Die Importe machen mittlerweile mehr als die Hälfte des gesamten Marktvolumens aus. Als Konsequenz sind die Auftragsvolumina stark gesunken, Produktionskapazitäten unterlaufen und viele Anlagen fahren nur mit unzureichender Auslastung. Dies führt zu wirtschaftlichen Risiken für europäische Hersteller.
Kornorientiertes Elektroband optimiert Stromnetze und Energiewende durch maximale Effizienz
Kornorientiertes Elektroband dient als unverzichtbarer Spezialwerkstoff in Transformatoren von Umspannwerken und Windkraftanlagen. Seine kristallorientierte Mikrostruktur minimiert Wirbelstromverluste und optimiert den magnetischen Fluss, wodurch der Stromtransport von Erzeugung bis Steckdose mit höchster Effizienz erfolgt. Aufgrund hoher Produktionsanforderungen und komplexer Legierungsprozesse können lediglich einige Hersteller Top-Grades anbieten, die diesen Qualitätsstandard garantieren. Diese speziellen Bänder bilden das Rückgrat leistungsfähiger Stromnetze und sind zentral für erfolgreiche Energiewendeprojekte in Europa. Ihre strategische Bedeutung wächst mit steigendem Strombedarf.
Stilllegung bedroht 1.200 Arbeitsplätze in Gelsenkirchen und Isbergues nachhaltig
Aufgrund der vorübergehenden Produktionsstilllegung sind 1.200 qualifizierte Arbeitsplätze in Gelsenkirchen und Isbergues gefährdet. Um den Verlust von Expertise und Fachknow-how in der Stromnetztechnologie abzuwenden, fordert thyssenkrupp Electrical Steel von der EU-Kommission gezielte Schutzmaßnahmen. Nur durch solche Maßnahmen lässt sich die Wettbewerbsfähigkeit erhalten und die Versorgung mit kornorientiertem Elektroband sicherstellen. Die Erhaltung der Arbeitsplätze ist sowohl wirtschaftlich als auch strategisch von herausragender Bedeutung. Zudem unterstreichen sie die Relevanz einer europäischen Produktionsbasis.
thyssenkrupp fordert kurzfristigen Handelsschutz für kornorientiertes Elektroband in Europa
Derzeit fehlen europaweit spezifische Schutzmechanismen gegen Dumpingimporte von kornorientiertem Elektroband, wodurch Hersteller harten Wettbewerbsbedingungen ausgesetzt sind. thyssenkrupp pflegt intensive Gespräche mit der EU-Kommission, um die zeitnahe Implementierung von gezielten Sicherungsmaßnahmen zu erreichen. Gleichzeitig fließen Mittel in die Weiterentwicklung hauseigener Fertigungsprozesse und modernste Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig zu stärken und langfristig stabile Marktpositionen zu sichern. Darüber hinaus werden interne Innovationsprojekte gefördert, um Effizienzpotenziale zu erschließen und die Versorgungssicherheit.
Stilllegung verdeutlicht Bedarf an starker europäischer Elektroband-Produktion für Versorgungssicherheit
Die temporäre Aussetzung der Produktion zeigt deutlich, dass Europa eine stabile Fertigungsinfrastruktur für kornorientiertes Elektroband benötigt. Nur durch gezielte Handelsschutzinstrumente lassen sich faire Wettbewerbsbedingungen herstellen, die europäische Zulieferketten stärken und technologische Spitzenqualitäten sichern. Dadurch wird die strategische Unabhängigkeit hinsichtlich kritischer Materialien gefördert, die für verlustarme Stromübertragung und Energiewende unerlässlich sind. Gleichzeitig schützt eine verlässliche Produktionsbasis 1200 hochqualifizierte Arbeitsplätze in Deutschland und Frankreich vor einer Verlagerung ins Ausland und gewährleistet Schutz.

