Additiv gefertigte Komponenten erprobt industriellem Maßstab für verbesserte Zuverlässigkeit

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Siemens Energy hat im Chemiepark Marl gemeinsam mit der Evonik-Tochter SYNEQT eine SGT-800 Industrial Demonstrator Turbine in Betrieb genommen. Die modulare Gasturbine liefert während der viereinhalbjährigen Testdauer Strom und Prozessdampf an umliegende Chemieanlagen. Dabei werden neue Coatingverfahren, additive Fertigungstechniken und innovative Hochtemperaturwerkstoffe unter realen Betriebsbedingungen erprobt. Eine Echtzeitüberwachung registriert Betriebsparameter zur Validierung der Daten. Diese Erkenntnisse fließen direkt in die Entwicklung zukünftiger Turbinen ein und steigern deren Effizienz und Zuverlässigkeit

Partnerschaftliche Installation ermöglicht industrienahe Validierung zukunftsweisender Turbinenkomponenten im Dauerbetrieb

Im Rahmen eines vierjährigen Demonstrationsprojekts hat Siemens Energy eine SGT-800 Industrial Turbine im SYNEQT-Gaskraftwerk im Chemiepark Marl installiert. Die Anlage versorgt die ansässigen Chemieunternehmen mit Prozessdampf und Strom. Durch kontinuierliche Überwachung und den geplanten Austausch ausgewählter Bauteile lassen sich fortschrittliche Materialien, innovative Beschichtungen und Fertigungsverfahren unter realen Belastungszyklen testen. Die gewonnenen Daten ermöglichen Rückschlüsse auf Leistungssteigerungen sowie auf Optimierungen hinsichtlich Zuverlässigkeit, Instandhaltungskosten und Lebensdauer zukünftiger Gasturbinen sowie systematisch, präzise auswerten.

Neue Materialien, Verfahren unter Echtbedingungen dank kontinuierlicher Überwachung erprobt

Im Rahmen des Testprogramms wird die Gasturbine kontinuierlich überwacht, um Betriebsparameter wie Temperatur, Druck und Schwingungsverhalten in Echtzeit zu erfassen. Parallel erfolgen definierte Austauschprotokolle für ausgewählte Bauteile, um Alterungsprozesse und Belastungsresistenzen zu evaluieren. Dieses methodische Vorgehen erlaubt die Langzeiterprobung neuer Werkstoffe und Fertigungsverfahren bei voller Kraftwerksleistung. Produktionsunterbrechungen sind ausgeschlossen, da eine funktionierende Reserveeinheit während aller Eingriffe einspringt und Versorgungssicherheit gewährleistet. Datenanalysen liefern praxisrelevante Erkenntnisse für künftige Turbinenentwicklungen und optimierte Betriebsstrategien.

Technische Risiken begrenzt: Testturbine übernimmt, Reserveeinheit bleibt dauerhaft verfügbar

Mit vier SGT-800-Gasturbinen betreibt SYNEQT einen der größten Chemieparkstandorte Deutschlands und versorgt damit umliegende Anlagen mit Energie und Dampf. Im Zuge eines Langzeitversuchs wurde eine der produktiven Turbinen durch die Industrial Demonstrator Turbine ausgetauscht, während das ursprüngliche Gerät als Reserveeinheit erhalten bleibt. Durch diese Doppelstruktur lassen sich technische Risiken ausschließlich auf das Testaggregat begrenzen und gleichzeitig eine kontinuierliche Versorgung des Standorts dauerhaft und ohne Leistungseinbußen sicherstellen sowie hohe Systemverfügbarkeit gewährleisten.

Additiv gefertigte Turbinenbauteile unter realen Bedingungen tausendfach erfolgreich getestet

Entwickelt als Brücke zwischen Labor und Praxis ermöglicht das Demonstratoren-Konzept den Einsatz additiv gefertigter Komponenten, fortschrittlicher Beschichtungen und neuartiger Werkstoffe in realen Industriebetrieben. Über mehrere tausend Stunden werden mechanische, thermische und chemische Einflüsse direkt am Standort erfasst. Parallel zur fortlaufenden Zustandserfassung durch Sensorik erfolgt eine systematische Datenauswertung. Diese Erkenntnisse sind essenziell für die Spezifikation, Zulassung und Serienfertigung der nächsten Turbinengeneration. Sie unterstützen Entscheidungsträger bei Designoptimierung und Planung im gesamten Lebenszyklus.

Offene Zusammenarbeit von Siemens Energy und SYNEQT beschleunigt Turbinen-Innovationen

Vanessa Bauch erläutert, dass die Industrial Demonstrator Turbine unter realen Betriebsbedingungen erprobt wird und dadurch praxisgerechte Erkenntnisse zu Fertigungsverfahren, Materialien und Komponenten liefert. Sie hebt hervor, dass langfristige Tests in enger Abstimmung mit Kunden wie SYNEQT unverzichtbar sind, um das Verhalten von Bauteilen unter Dauerschwankungen zu überprüfen und validierte Daten zu gewinnen. Lorena Piles Tortajada ergänzt, dass transparente Kommunikation und partnerschaftliches Engagement Innovationen effizient vorantreiben und gleichzeitig hohe Anlagenverfügbarkeit garantieren.

Im SYNEQT Gaskraftwerk Marl liefert die SGT-800 Industrial Demonstrator Turbine von Siemens Energy Prozessdampf und Strom und dient zugleich als Testplattform für innovative Werkstoffe und Fertigungsverfahren. Dank einer parallel vorgehaltenen Reserveeinheit bleibt die Versorgung auch während Komponentenaustauschen und Langzeittests uneingeschränkt. Laufende Analyse aller Betriebsdaten ermöglicht unmittelbare Optimierungen. Betreiber profitieren so von höherer Energieeffizienz, verbesserter Anlagenverfügbarkeit, geringeren Ausfallzeiten und einer fundierten Basis für langlebige Turbinenkonzepte sowie optimierte Gesamtbetriebskosten und nachhaltiges Wachstum.

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