Autonomes Fahren: Auswirkungen auf die Infineon Aktie

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Infineon-Aktionäre dürfen sich freuen – erst im Juni erreichte die Aktie den höchsten Stand seit Jahren. Nach einer vorübergehenden Phase der Konsolidierung könnte nun ein weiteres, massives Kaufsignal vor der Türe stehen.

Infineon: Wichtiger Zulieferer der Zukunft

War Infineon bis vor einige Zeit noch ein Geheimtipp, kann das Unternehmen heute getrost als Zulieferer der Zukunft bezeichnet werden. Im Jahr 2000 ist das Unternehmen entstanden, als die Muttergesellschaft Siemens AG diese Unternehmenssparte aus ihrem Haupthaus abspaltete. Seitdem ist Infineon als Hersteller von Halbleitern bekannt, die gerade auch für die neue Unternehmenssparte Mobilität und damit auch autonomes Fahren interessant sind. Denn ohne die richtige Software im Cockpit ist autonomes Fahren nicht möglich.

Auf der Website des Unternehmens findet sich der Slogan „Part of your life, part of tomorrow“ – das trifft den Nagel auf den Kopf. Infineon stellt Chips her, die für Autos, Elektroautos und insbesondere auch für die neue Technologie des autonomen Fahrens benötigt werden. Die Trends der Elektromobilität und des autonomen Fahrens wirken sich auf Infineon extrem positiv aus, denn für diese neuen Technologien werden immer mehr Chips benötigt. Doch er Reihe nach…

Werfen wir vorab einen genaueren Blick auf das Unternehmen selbst. Die positiven Entwicklungen der letzten Monate spiegeln sich beispielsweise auch in den offenen Stellen wieder – gleich 190 freie Positionen finden sich derzeit auf der Website des Unternehmens. Hochtechnologie steht absolut im Fokus, so wird beispielsweise in Deutschland und Österreich Forschung in sogenannten „Innovationsfabriken“ betrieben. Man gibt sich also motiviert, weitere neue Produkte auf den Markt zu bringen, die speziell für Elektroautos und für autonom fahrende Fortbewegungsmittel dringend benötigt werden.

Damit kann die Aktie auch als gute Investitionsmöglichkeit gesehen werden, denn gerade die Themen e-Mobilität, aber vor allem auch das autonome Fahren werden in den nächsten Jahren immer wichtiger werden und so gehen einige Börsenprofis davon us, dass auch die Aktien derjenigen Unternehmen steigen werden, die das nötige Know-How besitzen, an diesem stetig wachsenden Zukunftsmarkt zu partizipieren. Derzeit sind die Flaggschiffe des Unternehmens primär Chips, die der Autoindustrie für zukunftsweisende Modelle zugeliefert werden.

Nicht nur aus diesem Grund kommen immer mehr Elektroautos auf den Markt, die die nötige Software eingebaut haben müssen: Hier kommt Infineon ins Spiel, was der Aktie des Unternehmens durchaus einen Aufwind bescheren könnte.

Nicht nur aus diesem Grund kommen immer mehr Elektroautos auf den Markt, die die nötige Software eingebaut haben müssen: Hier kommt Infineon ins Spiel, was der Aktie des Unternehmens durchaus einen Aufwind bescheren könnte. (#03)

Zur richtigen Zeit, am richtigen Ort

Für Infineon sprechen langfristig gesehen auch politische Entscheidungen der letzten Monate. In immer mehr europäischen Ländern wurden klare Ziele ausgegeben, bis wann Verbrennungsmotoren nichtmehr Teil des täglichen Straßenbildes sein sollen – oder sogar nichtmehr zugelassen werden dürfen. Aktuell haben sich die Autobauer sogar selbst verpflichtet, sich an bestimmte Vorgaben zu halten und den Schadstoffausstoß der neuen Automodelle möglichst gering zu halten: Bis zu 30 Prozent weniger Schadstoffe sind dabei aktuell als Ziel angegeben.

Nicht nur aus diesem Grund kommen immer mehr Elektroautos auf den Markt, die die nötige Software eingebaut haben müssen: Hier kommt Infineon ins Spiel, was der Aktie des Unternehmens durchaus einen Aufwind bescheren könnte. Aber auch preisgünstigere Modelle, sowie Modelle mit größerer Reichweite, sprechen mehr und mehr Menschen an. Die Käuferschicht wächst, die Politik diverser Länder verstärkt den Trend – Elektroautos werden also ein immer größeres Thema, um nicht zu sagen eine Selbstverständlichkeit.

Die Positionierung von Infineon als Zulieferer der Elektroauto-Branche könnte somit besser nicht sein. Hinzu kommt, dass sich Infineon auch in China schon frühzeitig sehr aktiv gezeigt hat. Hier wurde bereits Position bezogen, um auch den asiatischen Markt bedienen zu können, der immerhin zu den am meisten wachsenden Märkten auf der gesamten Welt gehört. Gerade die Automobilindustrie in China ist in den letzten Jahren gewaltig im Aufwind begriffen.

Aber auch in Europa ist Infineon nicht mehr wegzudenken: Wie häufig Teile aus dem Hause Infineon schon jetzt in Europa genutzt werden zeigt, dass kürzlich durch Konzernchef Reinhard Ploss bestätigt wurde, dass in 8 der 10 meistverkauften Elektroautos auch zumindest ein Infineon-Teil verbaut ist. Die Anzahl der verbauten Chips wird wohl praktisch parallel zur Nachfrage nach Elektroautos und selbstfahrenden Autos steigen.

Abseits der Antriebsart, bei der die Entwicklung hin zur Elektromobilität ja bereits praktisch unaufhaltsam scheint, spielt auch das autonome Fahren zukünftig eine immer größere Rolle. (#01)

Abseits der Antriebsart, bei der die Entwicklung hin zur Elektromobilität ja bereits praktisch unaufhaltsam scheint, spielt auch das autonome Fahren zukünftig eine immer größere Rolle. (#01)

Autonomes Fahren als Zukunftstrend

Abseits der Antriebsart, bei der die Entwicklung hin zur Elektromobilität ja bereits praktisch unaufhaltsam scheint, spielt auch das autonome Fahren zukünftig eine immer größere Rolle. Mehr und mehr Automobilkonzerne entwickeln sich in diese Richtung und praktisch jede Woche gibt es neue Meldungen über weitere Automobil-Konzerne, die in dieses Feld einsteigen. Jüngstes Beispiel ist Nissan, wo vor wenigen Tagen erste Tests vermeldet wurden.

Hinzu kommt, dass neben PKWs auch LKWs zukünftig autonom fahren können sollen. Unter den Vorreitern in diesem Bereich ist etwa das renommierte Unternehmen MAN, das bereits vor Monaten Forschungsprojekte und Tests rund um autonom fahrende LKW publizierte.
Auch in diesem Themenfeld besteht eine direkte Verbindung zu Infineon, denn auch bei autonom fahrenden PKWs und LKWs werden Chips benötigt, wie sie von Infineon hergestellt werden. Denkbar ist daher, dass neben der Elektromobilität die intensive Forschung im Bereich des autonomen Fahrens Infineon noch größere Nachfrage bringen könnte.

Infineon Aktie im Blick

Die Infineon Aktie klettert in den letzten Wochen sportlich nach oben. Vor fünf Jahren lag der Wert noch bei knapp über fünf Euro, vor einem Jahr waren es knapp über 15 Euro. In den Sommermonaten pendelte der Kurs im Bereich von 17 bis 20 Euro und seit September zieht der Kurs nun stark an, er überschritt die 20 Euro Marke zügig und bewegt sich nun bereits Richtung 25 Euro. Die Analysten von UBS haben zudem Anfang November das Kursziel von 21 auf 26 Euro angehoben. Zusätzlich wurde die Aktie weiter am Status „Buy“ belassen. Auch hier wurde auf überdurchschnittliches Wachstumspotential und besonders hohe Margen im Bereich der Chip-Herstelllung verwiesen.

Zusätzlich beflügelt wird die Infineon-Aktie nun auch noch durch Vorgänge in den USA. Dort hat der Chiphersteller Broadcom einen Vorstoß in Richtung feindlicher Übernahme des Herstellers QUALCOMM gewagt. 130 Milliarden US-Dollar wäre die Übernahme dem Konzern wert. Darauf reagierte die Infineon-Aktie prompt und lag zu Beginn dieser Woche unter den Spitzenreitern des DAX. Das Angebot schien Expertinnen und Experten zu niedrig angesetzt, was wiederum zu Spekulationen darüber führte, was passieren könnte, wenn die Übernahme scheitert.

Ein denkbarer Weg ist, dass andere Unternehmen, wie eben Infineon, für eine Übernahme in Frage kommen könnten. Diese Übernahme-Gedankenspiele schlugen sich unmittelbar auf den Aktienkurs nieder, was auch bei anderen Unternehmen der Branche zu bemerken war.

 

Infineon, als einer der etablierten Chip-Hersteller, kann schon jetzt von sich behaupten, im Großteil der meistverkauften Elektroauto-Modelle in Europa verbaute Teile geliefert zu haben. (#02)

Infineon, als einer der etablierten Chip-Hersteller, kann schon jetzt von sich behaupten, im Großteil der meistverkauften Elektroauto-Modelle in Europa verbaute Teile geliefert zu haben. (#02)

Infineon: Fazit

Autonomes Fahren und Elektroautos sind die Zukunft – daran zweifelt mittlerweile niemand mehr. Selbstfahrende Autos machen nicht nur dem (bisherigen) Fahrer das Leben leichter, sondern brauchen Chips, um zu funktionieren. Infineon, als einer der etablierten Chip-Hersteller, kann schon jetzt von sich behaupten, im Großteil der meistverkauften Elektroauto-Modelle in Europa verbaute Teile geliefert zu haben. Hinzu kommt die solide Positionierung in Asien. Auch das politische Klima, das Elektromobilität in den Fokus rückt und auch Offenheit für autonomes Fahren signalisiert hat, wird sich mittel- und langfristig positiv auswirken.

An den Börsen kommt zum generell positiven Kursverlauf des Unternehmens auch noch hinzu, dass Übernahmeversuche in den USA stützende Wirkung auch auf die Kurse europäischer Unternehmen der Chip-Industrie mit sich bringen. Mögliche Übernahmen und Phantasien über alternative Szenarien beflügeln den Kurs und auch die positive Stimmung unter Analysten trägt zur Nachfrage nach der Infineon-Aktie bei. Hohe Margen und starkes Wachstumspotential regen lassen darüber hinaus Potential für besonders positive Zukunftsperspektiven.

Insgesamt somit ein hochinteressanter DAX-Titel, speziell für all jene, die an die Zukunft der Elektromobilität und an die Technologie des autonomen Fahrens glauben und in ein europäisches Unternehmen investieren wollen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: chombosan  -#01: chombosan  -#02: chombosan- #03: chombosan



Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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