Wie lege ich ein Aktiendepot an?

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Wer sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, denkt oft darüber nach, ein Aktiendepot anzulegen. Wie geht man dabei am besten vor und worauf muss man im Besonderen aufpassen?

Mit Aktien handeln: Ein Depot anlegen

Um an der Börse aktiv zu werden, braucht man ein Aktiendepot. Dieses kann man entweder in seiner Filialbank eröffnen, als Ergänzung zum Girokonto, oder man nutzt das Angebot der Online-Banken und Broker.

Wer sich bereits mit der Thematik auskennt, für den scheint der Schritt zum eigenen Aktiendepot einfach zu sein. Die Gestaltung dieses Depots richtet sich nach der Risikofreudigkeit der Anleger, die sich an den Empfehlungen der Börsen- und Finanzexperten orientieren können. Wer sich das erste Mal mit dem Gedanken beschäftigt, ein Aktiendepot zu eröffnen, der kann die Tipps der Broker und anderer Profis lesen und so erfahren, wo bestimmte Gebühren anfallen und in welchen Fällen man etwas genauer hinsehen muss. Schon bei der Auswahl des Aktiendepots lässt sich teilweise viel Geld sparen.

Video: Sind Aktien Heute Unsicherer als Früher? AktienMitKopf.de

Der Aktienhandel früher und heute

Im Laufe des 20. Jahrhunderts hat sich an den internationalen Börsen viel verändert. Früher wurden die Wertpapiere oft ausgehändigt und manchmal ist das auch heute noch möglich. Hierbei handelt es sich jedoch zumeist um eine Art Liebhaberobjekt oder um besondere Geschenke. Grundsätzlich werden die Aktien jedoch schon seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr ausgegeben. Stattdessen werden sie auf dem virtuellen „Lager“ aufbewahrt, nämlich auf dem Depot.

Die Anzahl der Privatanleger nimmt immer weiter zu. Im Jahr 2014 wurden rund 22,6 Millionen deutsche Wertpapierdepots von der Deutschen Bundesbank gezählt. Offensichtlich steigt das Interesse, mit Aktien die finanziellen Mittel zu vermehren. Der Zugang zum Online-Handel ist schnell erledigt, es spricht also nichts dagegen, es selbst an der Börse zu versuchen. Anders als in vergangenen Zeiten wagen sich auch Unerfahrene an den Aktienhandel heran und informieren sich über Kursentwicklungen, Anlageklassen und andere Schwerpunkte.

Das eigene Aktiendepot verbessert die Chancen

Wer sich selbst um die Geldanlage kümmert, der nutzt gleich mehrere Vorzüge. Der einfache Zugriff auf ein Online-Depot macht es den Privatleuten leicht, aktiv zu werden.

Dabei spielen die folgenden Punkte eine wesentliche Rolle:

  • Bei dem eigenen Aktiendepot sind die Gebühren sehr niedrig,
  • jeder kann den Zugang auf den Aktienmarkt nutzen,
  • die Anleger haben selbst die Entscheidungsbefugnis und damit auch die Verantwortung für die Orders,
  • man muss alle Details im Blick behalten, von Dividendenzahlungen bis zu Limits.

Selbstverantwortlichkeit auf der einen Seite und freier Spielraum auf der anderen Seite haben einen starken Reiz auf die Menschen, die ihr Geld möglichst vielversprechend anlegen möchten. Die Broker und Banken bieten oft mehrere Anlageklassen an, in denen man dann die infrage kommenden Wertpapiere aussucht. Sicher oder riskant, langfristig oder als kurzzeitige Anlage, im Aktienhandel gibt es viele Optionen.

Einige Werte werden nicht an allen Börsenplätzen gehandelt, zudem muss man bei internationalen Aktien den Wechselkurs berücksichtigen. Wer mit der Zeit immer mehr Erfahrung sammelt, wird die Tricks bald durchschauen, auch wenn man nicht direkt in die Zukunft sehen kann.

Wissenswerte Hintergründe zum Aktiendepot

Ein Aktiendepot ist eine Sonderform des Kontos. Der Begriff Depot stammt aus früheren Zeiten, als man tatsächlich noch ein eigenes „Lager“ besaß, das bei der Filialbank aufbewahrt wurde. In diesem Lager befanden sich die gekauften Wertpapiere, die oft über einen langen Zeitraum angesammelt wurden.

Mittlerweile ist das Depot ein virtuelles Lager. Der Depotauszug führt die Positionen auf, bei denen es sich um Aktien handeln kann, aber auch um Fonds oder Anleihen.

Um ein Aktiendepot zu eröffnen, sind bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Der Depotbesitzer muss volljährig sein und über ein Girokonto verfügen. Dieses muss sich jedoch nicht bei der gleichen Bank befinden wie das Depot. Bei der Depoteröffnung muss man keine weiteren Bestätigungen vorlegen: Vermögen ist ebenso wenig erforderlich wie der Eingang eines regelmäßigen Gehalts.

Video: Los geht’s: Depot eröffnen

Die Kosten für ein Aktiendepot

Die Kosten für ein Depot hängen davon ab, bei welchem Anbieter man es eröffnet. Die Filialbanken versuchen, die Grundgebühr gering zu halten, während die Online-Direktbanken oft sogar mit einem kostenfreien Depot locken. Einen Überblick dazu finden Sie hier samt Informationen, die auf die verschiedenen Möglichkeiten der Grundgebühr. Bei der Consorsbank, die in diesem Beispiel aufgeführt wird, handelt es sich um eine der am besten bewerteten Online-Direktbanken. Sie bietet ebenso wie andere Online-Broker ein kostenfreies Aktiendepot an. Die Gebühren fallen erst dann an, wenn man Aktien kauft und verkauft.

Der Unterschied zwischen Filialbanken und Online-Banken ist deutlich zu erkennen. Oft berechnen die Filialbanken bei den Ordergebühren einen Prozentsatz, während die Direktbanken mit pauschalen Transaktionsgebühren kalkulieren oder bei ihrer prozentualen Berechnung um Einiges günstiger sind als die Filialen.

Welches Gebührenmodell ist nun für den individuellen Fall geeignet?

  • Wer viele Orders plant, der sollte darauf achten, dass die Ordergebühren möglichst gering ausfallen. Hier kann sich eine Pauschalgebühr für das Depot rentieren.
  • Bei nur wenigen Transaktionen ist die Ordergebühr eher unwichtig. In diesem Fall lohnt sich das Aktiendepot ohne Grundgebühr.

Einige Banken verknüpfen die Kostenfreiheit eines Depots mit speziellen Bedingungen, was man unbedingt beachten sollte. Wenn ein Mindestmaß an Aktivitäten oder Umsatz in den Konditionen vermerkt ist, kostet die Depotführung letztendlich doch mehr als erwartet. Man sollte sich daher fragen, ob ein solcher Mindestumsatz zum eigenen Anlageverhalten passt.

Für den Handel mit Wertpapieren ist das Aktiendepot unverzichtbar. Man benötigt außerdem ein Verrechnungskonto, auf dem die Auszahlungen von Dividenden oder die Ordergebühren abgerechnet werden. Das Depot selbst wird ausschließlich für die Verwaltung der Aktien genutzt. (#02)

Für den Handel mit Wertpapieren ist das Aktiendepot unverzichtbar. Man benötigt außerdem ein Verrechnungskonto, auf dem die Auszahlungen von Dividenden oder die Ordergebühren abgerechnet werden. Das Depot selbst wird ausschließlich für die Verwaltung der Aktien genutzt. (#02)

Führung und Wechsel des Depots

Für den Handel mit Wertpapieren ist das Aktiendepot unverzichtbar. Man benötigt außerdem ein Verrechnungskonto, auf dem die Auszahlungen von Dividenden oder die Ordergebühren abgerechnet werden. Das Depot selbst wird ausschließlich für die Verwaltung der Aktien genutzt.

Bei der Eröffnung des Depots muss man sich identifizieren, entweder über das klassische PostIdent-Verfahren oder über die neue Web-Identifizierung. Beides erfordert einen gewissen Aufwand, wobei die Identifikation bei der Post etwas länger dauert. Die Online-Depoteröffnung ist hingegen innerhalb kurzer Zeit erledigt.

Einige Bankkunden besitzen bereits ein Depot, das auf eine andere Bank übertragen werden soll. Wenn sie Neukunde bei dieser anderen Bank sind, ist auch hier das Ident-Verfahren durchzuführen. Viele Banken bieten mehrere Depotvarianten an, zwischen denen sich die Kunden entscheiden können. Hier geht es unter anderem um die Anlageklassen.

Ein Wechsel des Anbieters sollte grundsätzlich unproblematisch sein. Hier gelten die üblichen Kündigungsbedingungen. Bei einem Umzug braucht man beim Online-Aktiendepot nur die Adressänderung einzugeben. Gegebenenfalls kann es sich rentieren, bei der Filialbank auf ein Online-Depot umzusteigen.

Details zur Eröffnung eines Aktiendepots

Wer ein Depot eröffnen möchte, füllt nach der Auswahl der favorisierten Bank die entsprechenden Unterlagen aus. Entweder erfolgen die Übermittlung und das Identifikationsverfahren online, wofür eine Webcam eingesetzt wird, oder man druckt den Vertrag aus, unterschreibt und entscheidet sich für das PostIdent-Verfahren bei einer Poststelle.

Mit der bald darauf eintreffenden Eröffnungsbestätigung und den persönlichen Login-Daten hat man Zugang auf sein Depot und kann es für den Wertpapierhandel nutzen. Die ersten Käufe lassen sich natürlich erst dann durchführen, wenn sich genügend Geld auf dem dazugehörigen Verrechnungskonto befindet.

Das eigene Anlageverhalten überdenken

Als Besitzer eines Aktiendepots sollte man seine eigene Einstellung genau überdenken. Diese zeigt sich bereits bei der Auswahl einer geeigneten Bank. Wer ein großes Vertrauen zu seiner Hausbank hat und nur wenige Transaktionen plant, für den kann es sinnvoll sein, bei der Filialbank zu bleiben. Die Orders werden bei den Besuchen der Filiale oder telefonisch besprochen.

Viele Anleger behalten ihr Konto bei der Hausbank und haben zusätzlich ein Online-Depot. Das ist ein guter Kompromiss, der mehr Flexibilität bietet und zudem relativ günstig ist, vor allem bei den Online-Anbietern mit kostenfreier Depotführung.
Für diejenigen, die noch keine Erfahrung an der Börse haben und sich zunächst orientieren möchten, ist ein möglicherweise kostenpflichtiges Depot mit intensiver Beratung die richtige Wahl. Der Verbraucherschutz macht sich für solche Lösungen stark, auch wenn die Depotgebühren vergleichsweise hoch sind. Das wirkt sich negativ auf die Rendite aus, doch dafür hat man eine professionelle Unterstützung bei der Suche nach den geeigneten Wertpapieren.

Im Laufe der Zeit, wenn man die Kursschwankungen im Blick behält und immer besser zu deuten weiß, kann man auf ein günstigeres Depot wechseln. Wer sich eine zuverlässige Bewertung der Aktien zutraut, für den ist das Online-Aktiendepot die geeignete Option.

Um ein Aktiendepot strategisch aufzustellen, muss man Risiken einschätzen können. Nicht umsonst sind die Banker dazu verpflichtet, ihre Kunden hinsichtlich der Börsenerfahrung zu befragen. (#01)

Um ein Aktiendepot strategisch aufzustellen, muss man Risiken einschätzen können. Nicht umsonst sind die Banker dazu verpflichtet, ihre Kunden hinsichtlich der Börsenerfahrung zu befragen. (#01)

Sicherheit oder Risiko: Die Anlageziele prüfen

Um ein Aktiendepot strategisch aufzustellen, muss man Risiken einschätzen können. Nicht umsonst sind die Banker dazu verpflichtet, ihre Kunden hinsichtlich der Börsenerfahrung zu befragen. Nur wer die nötigen Fachkenntnisse hat und einige Erfahrungen mitbringt, kann die Sicherheit und das Risiko von einzelnen Aktien beurteilen.

Für eine solide Anlage sind sicherheitsorientierte Anlagen sinnvoll, doch die riskanten Aktienwerte scheinen mehr Profit zu versprechen. Wer bereits früher mit Fonds oder anderen Wertpapieren gehandelt hat, weiß, wie wichtig es ist, das Risiko zu streuen, um keine zu großen Verluste hinnehmen zu müssen.

Die Aufteilung in mehrere Risikoklassen hilft nicht nur den Anlegern selbst, sondern sie dient gleichzeitig den Banken als eine Art Rückhalt. Durch die Selbstauskunft liegt die Haftung nicht mehr bei der Depotbank, sondern beim Kunden. Wenn die Depotbesitzer keine umfassende Auskunft geben, hat die Bank das Recht, bestimmte Risikogeschäfte nicht zuzulassen. Das soll dem Schutz der Kunden dienen und verhindern, dass diese ihr Geld verspekulieren.

Termingeschäfte: Auch eine Option beim Aktiendepot?

Um an Termingeschäften teilzunehmen, sind besondere Schritte einzuleiten. Die Optionsscheine haben eine enorme Hebelwirkung, wodurch sich die Gewinne und Verluste verstärken. Um sich für Termingeschäfte zu qualifizieren, muss man sich von der Bank über die damit einhergehenden Risiken aufklären lassen. Zudem ist eine gewisse Erfahrung vorzuweisen, um die Einstufung zu erhalten.

Das Wertpapierhandelsgesetz schreibt vor, dass man die Unterschrift auf dem Info-Blatt über Verlustrisiken bei Termingeschäften im Abstand von zwei Jahren wiederholen muss. Durch diese Regelung soll möglichen Finanzkrisen und Verlusten etwas entgegengesetzt werden. Beratungsprotokolle sind daher bei seriösen Brokern eine Selbstverständlichkeit. Sie sollen sicherstellen, dass die Anleger gut informiert sind und keine hochriskanten Wertpapiere kaufen. Das Sicherheitsbedürfnis ist hier der Hauptaspekt.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Phongphan  -#01:   SFIO CRACHO  -#02: Freedomz



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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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